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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2018
Schluss jetzt!
Chile-Skandal: Überwindet der Papst die Restauration?
Der Inhalt:

Dreckslöcher und Drecksarbeit

Nichts gelernt: Der Vatikan reagiert Trump-like auf das irische Abtreibungsvotum

Der eine beschimpft »Drecksloch-Staaten«, der andere sieht in irischen Frauen Komplizinnen des Todes, die dem Sensenmann ab sofort »die Drecksarbeit leichter machen«: Fatal ist die Ähnlichkeit der Wortwahl zwischen Donald Trump und Erzbischof Vincenco Paglia.

Letzterer, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, gab nach dem aktuellen irischen Votum für eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts den Vatican News ein Interview. Darin: Kein gutes Wort für die oft verzweifelten mehr als 3000 Irinnen jährlich, die nach England reisen, um dort eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Denn im eigenen Land ist Abtreibung absolut verboten. Weder zählt die Schwangerschaftswoche, noch zählen soziale Härten, landläufige medizinische Indikationen oder psychische Dramen wie eine Vergewaltigung. Die absolute Gleichstellung des Lebensrechts des ungeborenen Kindes mit dem der werdenden Mutter hat zur Folge, dass Frauen unter allen Bedingungen schwanger bleiben müssen. Außer, sie reisen auf die Nachbarinsel.

Nun haben 66,4 Prozent der Irinnen und Iren dafür gestimmt, jenen Verfassungszusatz zu streichen, der faktisch zum Gebären zwingt. »Da gibt es nichts zu feiern«, befindet der Erzbischof. Aber genau das gibt es. Gefeiert werden kann, dass mit dem Votum endlich die Stigmatisierung von Frauen im Schwangerschaftskonflikt ein Ende findet, dass drakonische Strafen der Vergangenheit angehören, dass Konfliktlagen ernstgenommen werden. Niemand feiert die Tötung ungeborenen Lebens. Welch infame Unterstellung ist es, wenn Paglia aber genau das zum Ausdruck bringt! Das neue Gesetz soll Abbrüche nur in den