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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2017
»Überall schwindet das Vertrauen«
Norbert Lammert über Medien, Demokratie und Kirche
Der Inhalt:

Publik-Forum: Neue Thesen in Wittenberg

von Katrin Schreiter vom 09.06.2017

Drei Veranstaltungen der Leserinitiative Publik-Forum fanden auch in der Lutherstadt Wittenberg statt. In den einzigartigen und durch eine Bürgerinitiative vor dem Verfall geretteten Cranach-Höfen. Die aus der Bürgerinitiative hervorgegangene Cranach-Stiftung war als Einlader mit von der Partie. »Luther der Poet, Politiker, Prophet?« – so lautete der Titel eines Gespräches zwischen dem evangelischen Theologen und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer und dem ehemaligen Pfarrer der Leipziger Thomaskirche, Christian Wolff. »Ich verdanke Luther persönlich, dass ich durchgehalten habe«, sagte Schorlemmer mit Blick auf die DDR-Zeit. Nicht zuletzt durch ihn habe er gewusst, »dass auch ein Einzelner recht haben kann«. Später sei der Reformator oft in der Geschichte missbraucht worden, vor allem in der Nazizeit, aber auch von der DDR. »Wie konnte es passieren, dass Luther, ein Vorbild an Standhaftigkeit und Unerschrockenheit, so instrumentalisiert wurde?«, fragte Wolff. Mit Blick auf die Gegenwart kritisierte er das »Amtsgehabe, das noch heute in der lutherischen Kirche zu finden ist.«

Um Syrien, Waffenlieferungen und die veränderte Weltsituation unter Donald Trump ging es in dem Gespräch »Krieg ist keine Antwort«. Jürgen Grässlin, der deutschlandweit profundeste Kenner der Waffenexporte, war aus Freiburg angereist. »Lasst uns aufschreien gerade jetzt im Wahlkampf«, forderte er im Hinblick auf Trumps Erwartung, dass alle Nato-Staaten ihre Ausgaben für das Militär auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts anheben sollten. Er verwies auf den tödlichen Kreislauf der Rüstungsgeschäfte: Der IS, so wies er nach, schießt inzwischen mit deutschen Waffen. Florian Kling, der junge Offizier von den kritischen Soldaten Darmstädter Signal, nannte eine europäische Armee »eine Möglichkeit, sich von Amerika zu befreien«. Marianne Subklew, Friedenstheologin und Mitstreiterin beim Pankower Friedenskreis, erinnerte an das klare Friedensbekenntnis der Kirche in der DDR. »Wo ist eigentlich die Friedensbewegung heute?«, fragte sie in die Runde. Viel mehr Unterstützung der Zivilbevölkerung in Syrien forderte Elias Perabo, der sich bei der Organisation Adopt a Revolution engagiert: »Die Welt sieht den Konflikt, aber interessiert sich nicht für uns«, so der Eindruck vieler Syrer. Im dritten Teil der

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