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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2017
»Überall schwindet das Vertrauen«
Norbert Lammert über Medien, Demokratie und Kirche
Der Inhalt:

Lernen mit Spaß

von Annette Lübbers vom 09.06.2017
Das Climb-Ferienprogramm will Kinder aus sozialen Brennpunkten stärken

Der siebenjährige Ömer hat richtig Spaß. Mit seiner Lehrerin lernt er mithilfe eines Rechenschiebers, wie Zählen funktioniert und was genau eine Menge ist. Eigentlich müsste Ömer gerade gar nicht lernen. Schließlich sind Ferien. Aber Ömer macht bei den Climb-Ferien mit.

»Climb« steht für: Clever lernen, immer motiviert bleiben. Gegründet wurde Climb 2012 von drei Frauen in Hamburg, die von sich selbst sagen: »Wir brennen für Bildung.« Jennifer Busch, Hannah Schmidt-Friderichs und Charlotte Frey wollen »professionell, anspruchsvoll, engagiert, lösungsorientiert und ein bisschen verrückt« erreichen, dass Kinder etwas tun, was sie in der herkömmlichen Schule viel zu selten tun: neugierig und mit Begeisterung lernen. Das Programm soll Kinder selbstbewusster machen, ihre Planungs- und Umsetzungskompetenzen fördern, ihr Durchhaltevermögen stärken und sie im Alltag rücksichtsvoller und teamfähiger machen. Derzeit können das Schüler in Mainz, Hamburg oder Dortmund erleben, die meisten teilnehmenden Schulen liegen in sogenannten Brennpunktvierteln.

Bewerben für ein Ferienprojekt mit bis zu 45 Kindern zwischen sechs und zwölf können sich Schulen in diesen drei Regionen. Je drei Lehrkräfte unterrichten eine Gruppe von 15 Kindern in Deutsch und Mathematik, dazu gibt es Ausflüge, Projekte und Mittagessen. 550 Euro kosten die Lernferien je Kind. 50 Euro hiervon zahlen die Eltern. In Dortmund zum Beispiel finanziert die Stadt die Ferien aus dem Topf des Bildungs- und Teilhabepakets der Bundesregierung. Als Lehrer auf Honorarbasis können sich Studierende, aber auch junge Berufstätige bewerben.

Osterferien 2017 in der Weingartenschule am See in Dortmund: Heute ist Pyjama-Tag. Alle Kinder und Erwachsenen sind kunterbunt angezogen. Christof Reiter, im Alltag Berufsschüler für Ergotherapie, spricht gerade »sprachlos« – mithilfe der Pantomime – mit Nour, einer Schülerin. Reiter erklärt ohne Worte, dass er gerade ein bisschen enttäuscht ist. Er hat viele Vorschläge gemacht, aber irgendwie wollte die Klasse nicht folgen. »Doof, dass du gerade nicht mit uns redest«, sagt Nour. Dann fügt sie selbstkritisch an: »Wahrscheinlich waren wir vorhin zu laut.« Reiter grinst und hebt den Daumen. »Stimmt«, heißt das.

Tatsächlich profitieren von Climb-Ferien nicht nur die Kinder. Viele junge Leute übernehmen dabei Verantwortung, die sie a

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