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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2015
Rettet das Singen
Über die Macht der eigenen Stimme
Der Inhalt:

Eine Art Erwachen

von Andrea Teupke vom 05.06.2015
Camille Seaman fotografiert eisige Landschaften und warnt vor dem Klimawandel

Es war ein Zufall, der Camille Seaman in die Arktis verschlug. Sie war 29 Jahre alt, konnte wegen einer Sehnenscheidenentzündung nicht mehr in ihrem Beruf als Perlenstickerin arbeiten und bekam einen Freiflug von Alaska Airlines geschenkt. In Kotzebue, einem winzigen Ort nördlich des Polarkreises, beschloss sie, spazieren zu gehen – bei minus dreißig Grad eine ziemlich absurde Idee.

»Ich habe wirklich gedacht, da wäre eine glatte Kante aus Eis und dahinter dann plötzlich das dunkle Wasser. Ich war so naiv«, berichtet sie in ihrem Bildband »Vom Ende der Ewigkeit«. Sie lief über das gefrorene Meer durch das Dämmerlicht des nordischen Sommers, kilometerweit entfernt von der nächsten Siedlung, als ihr plötzlich klar wurde, wie gefährlich ihre Lage war – allein, zu Fuß, in der arktischen Kälte.

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