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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
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Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

Vorgespräch: Meine Akte und ich

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 13.06.2014
Mary Aniella Petersen leitet die deutsche Produktion des europäischen Theaterfestivals »Parallel Lives«

Publik-Forum: Frau Petersen, worum geht es bei Ihrem europäischen Theaterprojekt?

Mary Aniella Petersen: Das 20. Jahrhundert durch die Augen der Geheimdienste gesehen: Das ist der Untertitel unseres Festivals, der ja schon viel aussagt. Dazu ist eine Palette von ganz unterschiedlichen Inszenierungen aus den sechs beteiligten Ländern entstanden: Von einer Oper über Theateraufführungen bis hin zu Performances. Teams aus der Slowakei, Rumänien, Polen, Ungarn, Tschechien und Deutschland machen mit. Die Idee dazu hatte der slowakische Dramaturg Jan Simko. Und mit dieser Idee ist er zuerst an Künstler herangetreten und dann erst an Theater und Schauspielhäuser.

Und wer steht da auf der Bühne?

Petersen: Das ist je nach Inszenierung ganz unterschiedlich. In dem deutschen Stück »Meine Akte und ich« arbeiten wir mit Laiendarstellern. Das sind Menschen, die in der DDR gelebt haben und nun anhand ihrer eigenen Akte ihre Lebensgeschichte auf die Bühne bringen. Darunter sind Männer und Frauen, die bespitzelt wurden, aber auch solche, die selbst Spitzel waren.

Wie liefen die Proben zu diesem schwierigen Thema ab?

Petersen: Das Interesse mitzumachen war riesig! Wir hatten unglaublich viele Bewerber. Aber es war dann wirklich eine extrem emotionale Arbeit. Die Darsteller haben ja ihre eigene Biografie auf die Bühne gebracht – dabei gab es auch Tränen. Und trotzdem wollten wir diese Einzelschicksale als Inszenierung zusammenbringen.

Künstler aus sechs europäischen Ländern arbeiten zusammen. Wie funktioniert das?

Petersen: Jedes Team hat erst einmal an einer eigenen Produktion gearbeitet. Es war ja kein Auftragswerk, das heißt, wir waren frei in der Gestaltung. Es fanden aber auch Treffen statt, bei denen sich alle austauschen konnten. Denn es ist ja ein europäisches Projekt, und da ist der interkulturelle Austausch ganz wichtig. Oft ging es aber auch um pragmatische Themen wie die Arbeit mit den Behörden. Denn bei unseren Partnern läuft die Vergangenheitsbewältigung häufig ganz anders ab als bei uns.

Wie hat sich das bemerkbar gemacht?

Petersen: Die rumänische Dramaturgin bekam zum Beispiel auf der Suche nach Geheimdi

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