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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

Gott mit uns? Bei uns!

von Peter Otten vom 13.06.2014
Eugénie Musayidire über das Verzweifeln und das Verzeihen

Manchmal ist die Frage nach dem Sinn von Katholikentagen so einfach. Nämlich dann, wenn der vom Nachgrübeln über das nach einer missglückten Kinderkatechese klingende Motto (»Mit Christus Brücken bauen«) ermattete Reporter auf einen Menschen trifft wie Eugénie Musayidire. Wo auf einmal all die eitle institutionelle Selbstbespiegelung dieses Treffens verschwunden ist, weil diese Frau mit zwei Menschen an einem Tisch sitzt und den Besuchern einfach ihre Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die so atemberaubend ist – und gleichzeitig mitten hineinführt in den Sinn von Glaube und Religion: Es geht um Trost, schlicht und ergreifend. Und es geht um Versöhnung. Und all die Sonntagsreden von dem Christus, der berührbar werden soll, verkörpern sich auf einmal in dieser schmalen Frau.

Weihnachten 1952 wird Musayidire in Ruanda geboren. Sie gehört zur Minderheit der Tutsi. Schon früh wird der Vater ermordet. Auch sie selbst erscheint auf einer Todesliste. 1977 erhält sie Asyl in Deutschland und arbeitet in der Migrationsarbeit der evangelischen Kirche. 1994 wird ihre Familie ermordet, darunter ihre Mutter und der Bruder. Während des Völkermordes werden etwa drei Viertel der Tutsi ausgelöscht. Unvorstellbar.

Sieben Jahre nach der Tat stellt sie sich 2001 in einem Gefängnis dem Mörder ihrer Mutter. Es war der Nachbar, mit dem die Mutter jahrzehntelang friedlich Tür an Tür gelebt hatte. Er schweigt lange, sagt dann, dass er gezwungen worden sei.

Eugénie Musayidire lebt heute wieder in Ruanda. Sie arbeitet für die Versöhnung zwischen den verfeindeten Volksgruppen. Sie gründet ein Begegnungszentrum, in dem traumatisierte Jugendliche Zuflucht finden. Nach dem Genozid füllten sich außerdem die Gefängnisse. Immer noch sitzen 280 000 Täterinnen und Täter ein, darunter auch katholische Priester und Ordensfrauen. Musayidire kümmert sich vor allem um die Kinder, die hinter Gittern geboren werden. Ruanda ist eines der katholischsten Länder Afrikas, und doch schützte diese Grundierung nicht vor dem Unvorstellbaren.

»Ich fühle mich von Gott getragen«, sagt sie. Und obwohl er es schon so oft von Menschen gehört hat, muss der Reporter es dieser Frau einfach glauben. »Ich fühle mich wohl, wenn ich im Bus unterwegs bin, und mit meinen weißen Haaren falle ich auf. Dann sagen Kinder: Steh auf für die Oma! Das finde ich schön.«

Diese Stimme! »Da

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