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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

Entspannt und kritisch

Popmusik. Noch sind die Erinnerungen frisch an die RTL-Show im australischen Dschungel und an die Promis, die dort um Essen, Einschaltquoten und einen Rest an Würde kämpften. Ein unaufgeregter Kommentar dazu kommt aus München. Im Song »Kakerlaken« der Band »Der Englische Garten« heißt es lakonisch: »Was manche Leute so alles tun für ein paar Euro und den schnellen Ruhm / Ich sitze lieber in meinem Schaukelstuhl.«

Aufgrund der entspannten und – ja, das altmodische Wort muss sein – »beschwingten« Popmusik, die diese Zeilen begleitet, nimmt man das dem Sänger und Texter Axel Koch auch ab.

Aufregen kann er sich über ganz andere Dinge: »Hast du dich mit der Behörde angelegt / Wolln sie dir ganz schnell ’n neuen Job andrehn / Dir nur noch ’n Euro in der Stunde zahl’n« heißt es im Eröffnungslied der CD »Die aufgeräumte Stadt«. Und weiter: »Doch das Geld fließt letztlich ganz woanders hin / Nicht zu dir und nicht in das Sozialsystem.« In den andern Songs geht es auch um Gentrifizierung, mediale Spektakel (»Peter Handke«) und den menschlichen Machbarkeitswahn (»Wissen ist Macht«).

Koch selbst sagt: »Ich schreibe über Sachen, die mich beschäftigen. Ich glaube schon, dass Popmusik eine Möglichkeit ist, sich Gehör zu verschaffen. Auch politische Haltungen zu vertreten.« Und das funktioniert hervorragend, wenn die Musik, die diese Texte trägt, derart eingängig, verspielt, pfiffig arrangiert und »soulful« ist wie bei den Münchnern. Sich selbst beschreiben sie so: »Acht Leute. Old School. Mit Bläsern.« Noch lakonischer geht kaum. Sehr empfehlenswert!

Der Englische Garten: Die aufgeräumte Stadt.
Firestation/Broken Silence. CD.