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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
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Der Inhalt:

ABC der Spiritualität: Mwie Mantra

Ein Mantra ist ein »heiliger Ton«: Nach den Veden, den spirituellen Texten des Hinduismus, wurde die Welt aus Klang erschaffen. »Seit Jahrtausenden werden vedische Textstellen in Versform rezitiert und als Mantras, Worte der Kraft, an nachfolgende Generationen weitergegeben«, schreibt die Züricher Yogalehrerin und Autorin Gertrud Hirschi. Die Silben oder Worte werden meist in einem bestimmten Rhythmus wiederholt. Der Begriff Mantra stammt aus dem Sanskrit und bedeutet »Werkzeug des Denkens«.

Sehr bekannt ist das im tibetischen Buddhismus verbreitete »Om mani padme hum«, was meist mit »Verehrung dem Juwel im Lotus« übertragen wird. Nach einer Interpretation steht es für erlösendes Mitgefühl. Durch die umstrittene hinduistische Religionsbewegung Hare Krishna wurde seit den 1970er-Jahren das Sanskrit-Mantra »Hare Krishna, Hare Krishna – Krishna, Krishna, Hare, Hare ...« weltweit verbreitet. Dieses Mantra soll den Zugang zur Gottheit Shri Krishna öffnen. Es wurde auch in einem Song des Pop-Musicals »Hair« vertont.

Im asiatischen Kontext wird dem Mantra transformierende Kraft zugesprochen: Durch die Wiederholung soll sich der Sprecher der Schwingung der Gottheit, des Kosmos oder eines höheren Bewusstseins annähern.

Zwar gibt es keine christlichen Mantren, doch kennt das Christentum ebenfalls Gebetsformen, die von Wiederholungen geprägt sind. So wird in der benediktinischen Tradition eine Art »wiederkäuendes Betrachten« von geistlichen Schriften, die sogenannte Ruminatio, praktiziert. Auch die Lieder der ökumenischen Bruderschaft von Taizé entfalten ihre spirituelle Kraft durch Wiederholung. »Meditatives Singen ohne jede