Krachmachen ganz anders
Die Ostermärsche traf es als Erste. Wie jedes Jahr hatten sich Friedensinitiativen überall in Deutschland darauf vorbereitet, doch dann kam Corona. Ein paar lokale Kundgebungen am Karfreitag fanden noch statt, dann war Schluss. Oder? Nein, denn die Marschierer verlegten ihren Protest einfach ins eigene Wohnzimmer. Unter www.ostermarsch.de haben mehr als 2000 Teilnehmer Fotos von ihrem ganz persönlichen Ostermarsch hochgeladen. Manch einer sitzt da mit einem selbstgemalten Pappschild auf der Couch, andere haben Märsche mit Playmobilfiguren im Garten nachgestellt. Friedensfahnen an Fenster oder Balkon waren ohnehin Ehrensache. »Für Karsamstag hatten wir eine virtuelle Kundgebung im Internet auf die Beine gestellt«, erzählt Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative. Auch andere geplante Veranstaltungen finden nun als Videokonferenzen statt. Golla findet solche Formate besser als Straßenprotest unter Corona-Bedingungen: »Mit fünfzig Leuten auf einem Platz kann man kaum Aufmerksamkeit erzeugen«, sagt er.
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