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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

Vorgespräch: Was hat Yoga mit Politik zu tun?

Fragen an Hardy Fürch vom Vorstand des Berufsverbandes der Yoga- lehrenden in Deutschland (BDY)

Publik-Forum: Herr Fürch, Ihr Verband veranstaltet einen Kongress unter dem Titel »Yoga in der Gesellschaft«. Ist Yoga nicht ein Weg, der nach innen führt?

Hardy Fürch: Nein, das ist nicht nur so. Yoga als politikfreien Raum darzustellen, in dem der Narzissmus blüht, diese Tendenz mag es in der amerikanischen Yogaszene geben, aber in Deutschland ist das anders. Der ursprünglich asketische Weg, in dem es vor allem um Innenschau und Abkapselung geht, ist in Deutschland überhaupt nicht populär. Im Gegenteil: Die Mitglieder des BDY, in dem über 5000 Yogalehrende organisiert sind, fühlen sich verpflichtet, die Gesellschaft durch ihre Yogapraxis mitzugestalten, und das ist auch politisch.

Wie soll das aussehen? Helfen die Kobra oder der herabschauende Hund gegen Nazis im Parlament oder schmelzende Gletscher?

Fürch: Yoga stärkt den Gemeinsinn, indem es die Selbstwahrnehmung stärkt. Wenn ich meinen Körper spüre, mir meines Atems bewusst bin und in der Lage bin, meine Gedanken zu beobachten, statt sofort zu reagieren, werde ich wacher für das, was um mich herum passiert. Wer sich selber besser wahrnimmt, reduziert zudem seinen Stress. Und Menschen, die weniger Stress haben, sind sensibler für Gerechtigkeitsfragen, für Umweltfragen und auch sensibler gegenüber Menschen, die Unterstützung brauchen. Menschen, die Yoga praktizieren, werden mitfühlender – sich selbst und anderen gegenüber.

Auf dem Kongress soll also keine Yoga-Partei gegründet werden?

Fürch: Nein, das ist Quatsch. Man kann als Yogalehrerin oder Yogalehrer in Parteien mitwirken, man kann sich so