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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Lieber Genosse Kevin Kühnert!

Mit großem Entsetzen müssen wir feststellen, dass Du den ehrbaren, unbescholtenen Ruf der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands als verlässlicher Partner für das Kapital schwer geschädigt hast!

Die Tatsache, dass Du den Begriff der »Enteignung«, der seit Jahrzehnten höchstrichterlich verboten ist, im Zusammenhang mit einem achtbaren Automobilkonzern aus der bayerischen Landeshauptstadt verwendet hast, ist unverzeihlich. Zumal München seit dem 18. April 1984 von uns, der SPD, regiert wird.

Wie Du sicher weißt, darf »Enteignung« seit der glorreichen Kanzlerschaft unseres Genossen der Bosse, Gerhard Schröder (heute Aufsichtsrat GazProm), nur noch im Zusammenhang damit benutzt werden, wo er hingehört: nämlich der bewährten Enteignung deutscher Sozialmissbraucher (Bevölkerung) durch Hartz IV, Rentenkürzung und Abschaffung sonstigen Sozialgedöns.

Genosse Schröders Enteignungen haben sich bekanntlich bewährt. Und völlig ungerechterweise ist die SPD in der letzten Zeit mit dem Verlust von Wählerstimmen abgestraft worden. Wie ungerecht! – Gerade wir Sozialdemokraten, die alles dazu getan haben, die Börsenwerte in Deutschland zu steigern und die Großindustrie zu unterstützen – wir werden Opfer einer gemeinen Kampagne.

Wir sind jedenfalls bis ins Mark erschüttert, dass Du mit Deiner Enteignungs-Entgleisung uns Sozialdemokraten dem öffentlichen Verdacht aussetzt, Ideen des Sozialismus oder umstürzlerische Gedanken zu hegen! Zur Stunde finden immer noch Krisensitzungen in zahlreichen Unterbezirken der SPD statt – oft mit der solidarischen Unterstützung von CDU/CSU-Freunden aus Gewerkschaften und Arbe