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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

»Wir sind kein gefährlicher Bazillus«

von Stephan Neumann vom 25.05.2018
Familien stellen die Systemfrage. Auch wer nicht dem katholischen Ideal entspricht, findet Resonanz

Der Haussegen hängt schief – in der Deutschen Bischofskonferenz.« So fasst Jörg Beyer lakonisch die Debatte um die Zulassung nicht-katholischer Ehepartner zum Kommunionempfang zusammen. Der evangelische Theologe predigt mit seiner katholischen Frau Beate in St. Clemens. Der wortlastige Gottesdienst verschmilzt mit der überladen-barocken Ausstattung der kleinen Kirche. Die Band verknüpft teils angestaubtes »Neues Geistliches Liedgut« mit fetzigen Arrangements. Und ergraute Paare verbünden sich mit erstaunlich vielen jungen.

Der Mutmachgottesdienst konfessionsverbindender Paare des »Netzwerks Ökumene« zeigt das Selbstbewusstsein kirchlich engagierter Familien. Sie sind weit davon entfernt, sich bischofsinterne Probleme zu eigen zu machen, sondern sehen sich als »Friedensstifter«. Bieten an, ihre Erfahrungen für ein friedliches Miteinander auch in der Bischofskonferenz einzubringen. »Wir sind kein gefährlicher Bazillus, sondern Frischzellen im Leib des Herrn«, zitieren Beate und Jörg Beyer Kardinal Kasper, den ehemaligen Präfekten des Rates zur Förderung der Einheit der Kirche.

Beim Austausch wird klar: Die überwiegende Mehrheit konfessionsverbindender Familien hat wenig Probleme im Gemeindealltag, beim Gottesdienst oder bei der Teilnahme an Eucharistie und Abendmahl. Mit den Pfarrern vor Ort lässt sich mehrheitlich reden. Selbst Eheschließungen werden meist einvernehmlich geregelt. Die Trennung verläuft also nicht zwischen Klerus und Laien. Vielmehr sondern sich jene Bischöfe ab, die jede Verbindung zum pilgernden Gottesvolk verloren haben. Doch nach wie vor ist es ausgerechnet die »eine Taufe«, die zu schmerzhaften Entscheidungsprozessen führt. Zwar erkennen die christlichen Kirchen die Taufe gegenseitig an, doch von einer ökumenischen Taufe ist man meilenweit entfernt. Das hat Folgen: Mit der Entscheidung, wo die Kinder getauft werden, bricht oft die Verbindung zur zweiten Konfession ab.

Unter der Überschrift »Aber es war doch nicht nichts!« beteiligen sich mehrere betroffene Frauen, deren Ehe kirchlich annulliert wurde, am offenen Gespräch mit dem Diözesanrichter Hermann Kahler. Deutlich wird: Die Annullierung von Ehen erzeugt tiefes Leid. Anstatt anzuerkennen, dass Ehen scheitern können, bietet die römisch-katholische Kirche ein Nichtigkeitsverfahren an. Weil der Mensch nicht scheiden darf, was

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