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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Assisi als Lehrstück für die Welt

Wim Wenders inszeniert Papst Franziskus als Wiedergänger des mittelalterlichen Heiligen

Was sollen wir tun? Wie sollen wir leben?« Der Regisseur Wim Wenders stellt die ganz großen Fragen der Menschheit an den Beginn seines Dokumentarfilms über Papst Franziskus. Parallel dazu blickt der Zuschauer auf das kleine Dorf Assisi in den Hügeln Umbriens. Im Zeitraffer geht die Sonne auf und unter. Schon diese Eingangssequenz macht deutlich, welche enormen Erwartungen Wenders hegt. Vom heiligen Franz von Assisi, dem »Revolutionär der Menschheit«, und von dem Papst, der als Erster seinen Namen trägt und für eine »neue Brüderlichkeit« steht, erwartet sich Wenders Orientierungen in einer Welt der Ungleichheit und Gleichgültigkeit, der Lüge und der Fake-News. Wenders verwandelt das berühmte Fresco von Giotto di Bondone (1267/76-1337) von der Berufung des heiligen Franz vor dem Kreuz in San Daminiano in eine Schwarz-Weiß-Szene. Gedreht mit einer originalen Handkurbelkamera aus den 1920er-Jahren werden markante Szenen aus den Legenden des Heiligen nachgespielt. So parallelisiert er filmisch den göttlichen Auftrag an den Heiligen: »Richte meine Kirche auf«, mit dem konstruktiv-reformatorischen Handeln und Reden des aktuellen Papstes.

Papst Franziskus betont in seiner einfachen, aber profunden Theologie die Einheit der Welt und der Menschheit in der Liebe des einen Gottes für alle. Eine klerikale Kirche als vermeintliche »societas perfecta«, die sich scharf vom profanen Rest der Welt abgrenzt, ist ihm zuwider. Wenders setzt das mit seinen Schnitten wunderbar in Szene. So etwa bei der Ansprache des Papstes im Dezember 2014, als er der römischen Kurie attestiert, an fünfzehn Krankheiten zu leiden. Wie die Kurie darüber denkt, lässt sich an den Mienen der Kardinäle ablesen.

Die kircheninternen Kritiker des Pa