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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Nachglühen einer aufgewühlten Epoche

von Birgit Roschy vom 25.05.2018

Kino. In den 1970er-Jahren kam das Schimpfwort »Sympathisanten« in Mode, das für die Betroffenen unangenehme Folgen hatte. Gemeint waren Künstler, Kirchenleute und Hochschullehrer, die der Unterstützung des Linksterrorismus verdächtigt wurden. Wer waren diese Menschen, die von den RAF-Leuten als »liberale Idioten« tituliert wurden, und wie sehr waren sie involviert? Der promovierte Historiker Felix Moeller spürt diesem Thema in seinem Dokumentarfilm nach und kann dabei auf familiäre Zeitzeugen zurückgreifen. Er ist der Sohn von Margarete von Trotta und der Stiefsohn von Volker Schlöndorff, die sich als Filmemacher – etwa in »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« und »Die bleierne Zeit« – mit dem Terrorismus beschäftigten und sich auch selbst – etwa gegen »Isolationsfolter« – engagierten. Ex-Terroristen wie Karl-Heinz Dellwo und Christof Wackernagel, aber auch Heinrich Bölls Sohn René, Daniel Cohn-Bendit, der Schriftsteller Peter Schneider und der Schauspieler Marius Müller-Westernhagen sprechen freimütig über ihre damaligen und jetzigen Haltungen. Visualisiert werden ihre Aussagen durch Ausschnitte aus den elterlichen Filmen. Moeller, geduldig, oft etwas fassungslos, fühlt besonders seiner Mutter auf den Zahn. Dank dieser intimen Momente und unaufgelösten Widersprüche gewinnt die Chronik eine innere Spannung, in der das »Nachglühen« jener aufgewühlten Epoche deutlich wird.

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