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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Hypnotischer Blues vom Rand der Wüste

Weltmusik. Es gibt nicht viele Frauen, die E-Gitarre spielen. Das ist in Afrika nicht anders als in Europa oder den USA: Die elektrifizierte Gitarre ist ein Männerinstrument – auch bei den Tuareg, die in der Sahara leben. In den vergangenen Jahren ist deren »Desert Blues« (wie die bis heute stilprägende Anthologie aus dem Jahr 1995 betitelt ist) durch Tuaregbands wie Tinariwen oder Tamikrest auch jenseits von Afrika bekannt geworden.

Auch im Dorf Illighadad im Niger, am Rand der Sahara, spielte ein junger Mann E-Gitarre. Doch immer, wenn er unterwegs war, nahm sich seine Schwester Fatou Seidi Ghali die Gitarre und übte heimlich darauf. Ich stelle mir diese Momente der Selbstermächtigung vor: die Anziehungskraft, die das Instrument auf die junge Frau ausübt, die Magie, als sie sich das erste Mal mutig die Gitarre greift und darauf rumprobiert, wissend, dass es einer kleinen Revolution gleichkommt, wenn eine Frau die E-Gitarre spielt. Im Lauf der Zeit hat sie es zu einiger Meisterschaft auf dem Instrument gebracht, nicht im solistischen, aber im kompositorischen Sinn.

Ihr Gitarrenspiel ist weniger artistisch, dafür feiner und filigraner, als man es von ihren männlichen Kollegen kennt. Im Zusammenspiel mit der Wassertrommel Tende entsteht ein suggestiver Klang- und Rhythmusteppich, auf dem die drei Frauen der Band in mehrstimmigem Gesang zu hören sind, häufig erklingen auch die faszinierenden, schwierigen Vokaltriller. Keine Frage: Les Filles de Illighadad zählen zur ersten Riege der Tuaregbands unserer Tage.

Die Stücke ihrer neuen CD sind darauf ausgelegt, die für