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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Hypnotischer Blues vom Rand der Wüste

von Berthold Seliger vom 25.05.2018

Weltmusik. Es gibt nicht viele Frauen, die E-Gitarre spielen. Das ist in Afrika nicht anders als in Europa oder den USA: Die elektrifizierte Gitarre ist ein Männerinstrument – auch bei den Tuareg, die in der Sahara leben. In den vergangenen Jahren ist deren »Desert Blues« (wie die bis heute stilprägende Anthologie aus dem Jahr 1995 betitelt ist) durch Tuaregbands wie Tinariwen oder Tamikrest auch jenseits von Afrika bekannt geworden.

Auch im Dorf Illighadad im Niger, am Rand der Sahara, spielte ein junger Mann E-Gitarre. Doch immer, wenn er unterwegs war, nahm sich seine Schwester Fatou Seidi Ghali die Gitarre und übte heimlich darauf. Ich stelle mir diese Momente der Selbstermächtigung vor: die Anziehungskraft, die das Instrument auf die junge Frau ausübt

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