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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Ernst Peter Fischer
Hinter dem Horizont
Rowohlt. 384 Seiten. 22,95 €

Der Autor, Naturwissenschaftler und Mathematiker, ist vor allem als Historiker der Wissenschaften bekannt geworden. In seinem neuesten Buch zeigt er sehr detailliert, wie die Menschen immer schon die Welt im Ganzen betrachteten und erforschten und so zu jeweils neuen »Gesamtübersichten«, also Weltbildern, fanden. Heutige wissenschaftliche Weltbilder führen nicht zur viel besprochenen Entzauberung der Welt im Ganzen. Vielmehr, so der Autor, vertiefe die Wissenschaft »das Mysteriöse in der Welt, lässt Menschen staunen«. Ernst Peter Fischer wirbt sogar für einen »gebildeten Umgang mit der (ebenfalls Weltbild erzeugenden) Astrologie«. Aktuell würden Weltbilder massenhaft verbreitet, etwa durch Smartphones: Sie gewähren wenig Freiraum, weil diese Weltbilder von Unternehmen gesteuert werden. Wie die angeblich objektiv geformten Welt-Bilder mit den subjektiv erlebten, auch politischen Welt-Anschauungen zusammenhängen, thematisiert der Autor leider nicht! Hingegen werden hochkomplexe Theorien der modernen Physik zum mühsamen Nachvollzug vorgestellt. Christian Modehn

Klaus Mertes
Grenzgänger
Butzon & Becker. 158 Seiten. 15 €

Der Jesuit Klaus Mertes hat als Direktor des Canisius-Kollegs in Berlin die heftige Diskussion über die Fälle von sexueller Gewalt in der katholischen Kirche Deutschlands ausgelöst. Er wurde für seinen Mut gelobt, aber auch wegen »Nestbeschmutzung« angefeindet. In einem Tagesgespräch mit dem früheren ZDF-Journalisten Michael Albus erzählt Mertes aus seinem Leben und bezieht Position. Albus kommentiert hin und wieder und ordnet ein. Die kleine Biografie verdeutlicht: Da ist ein konservativ-katholisch erzogener und denkender Mann im Laufe seines Priesterlebens offener, mutiger und »progressiver« geworden. Wichtig geworden sind ihm zum Beispiel die »Exerzitien auf der Straße«, weil sie ihm den Zugang zu einer Spiritualität der offenen Augen ermöglicht haben. Auch einen Zugang zur Befreiungstheologie und zur feministischen Theologie hat sich Mertes erst erschließen müssen. Sein großes Vorbild für diesen Prozess: Jesus von Nazareth. Hartmut Meesmann

Abdel-Ha

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