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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2017
Die Tücken des fairen Handels
Im Norden boomt Fair Trade - im Süden wächst die Kritik
Der Inhalt:

Buch des Monats: Was zu begeistern vermag

von Norbert Copray vom 26.05.2017
Die göttliche Dynamik der Liebe

Renold Blank
Befreiende Lebensperspektiven
Ein Glaubensbuch für das 21. Jahrhundert.
Edition NZN bei TVZ. 170 Seiten. 23,90 €

Ist die Ablehnung des traditionellen Gottesbildes durch viele Menschen »in Wahrheit die richtige Haltung«, »weil das Gottesbild, das sie ablehnen, in der Tat ein falsches Gottesbild ist«? Ist die Glaubens- und Gotteskrise gewissermaßen hausgemacht? Das fragt der Schweizer Theologe und Philosoph Renold Blank, emeritierter Titular-Professor der päpstlichen theologischen Fakultät von São Paulo, in seinem neuen Buch »Befreiende Lebensperspektiven«. Er beschreibt das traditionelle Gottesbild als »von Machtinteressen gefärbt und durch rationale Argumente abgesichert«. So habe sich im Verlauf der Jahrhunderte ein Lehrgebäude ergeben, »dogmatisch zementiert und über weite Strecken für irrtumslos erklärt«. Vor diesem Glauben hätten die Menschen begonnen »davonzulaufen, allen Verboten zum Trotz«. Blank stellt dem »starr-dogmatischen Gottesbild« den unfügsamen, unbequemen, nicht zu zähmenden Gott der Offenbarung der biblischen Zeugen gegenüber, der als Glaube »eine Lebenspraxis und keine Doktrin« hervorrufen will. Dabei greift er auf einige Textpassagen zurück, die er unter anderem in Portugiesisch veröffentlicht hat. Für Blank hat sich die christliche Religion erwiesen »als ungeheure Dynamik, die Menschen herausreißt aus der Mittelmäßigkeit eines von vorgegebenen Mechanismen geprägten Daseins. Diese Dynamik prägt sie auch heute noch, sodass sie bis ins 21. Jahrhundert hinein und darüber hinaus das Potenzial hat, Menschen zu begeistern und zu erfüllen«.

Umso wichtiger ist Blank heute, die »als ›Heiliger Geist‹ benannte Dritte Person der Dreifaltigkeit wieder deutlich ins Bewusstsein der Glaubenden zu bringen«. Das gelingt Blank – anders als in diesem Satz – in einer Sprache, die ein erfrischendes »Glaubensbuch für das 21. Jahrhundert« ergibt. Eingehend beschreibt er die »Wege zum Neubeginn« aus »angstauslösenden Gottesbildern« heraus und die Überwindung »von Gewaltmechanismen in der Religion«.

Dafür gilt es, »die zentrale Bedeutung der Auferstehung« Jesu neu zu entdecken und sie »als Akt der Rebellion Gottes gegen alle Systeme, die Tod bewirken«, zu sehen. Was Heiliger Geist meint, ist dann die Dynamik Gottes, die die ganze Evolutionsgeschichte vorantreibt »zu einem ›neuen Himmel‹ und zu einer ›neuen

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