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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2017
Die Tücken des fairen Handels
Im Norden boomt Fair Trade - im Süden wächst die Kritik
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 26.05.2017

Alfred Grosser
Le Mensch
Dietz. 284 Seiten. 24,90 €

Schon von seiner Lebensgeschichte her ist Alfred Grosser (geb. 1925 in Frankfurt am Main) bestens geeignet, um stereotype Denkmuster über Nationalität, Ethnie und Rollen zu verwirren. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft musste er als Achtjähriger 1933 nach Frankreich fliehen. Er wurde französischer Staatsbürger, lehrte Politikwissenschaft an der renommierten Pariser Hochschule und zählt zu den herausragenden europäischen Intellektuellen, die sich große Verdienste um die deutsch-französische Aussöhnung erworben haben. In seinem neuen Buch setzt sich Grosser mit der »Ethik der Identitäten« auseinander. Dabei kombiniert er intensive Erfahrungen mit profundem Wissen und anregenden Überlegungen. So wird Schubladendenken und stereotypes Etikettieren durchkreuzt. Nebenbei erhält der Leser einen historischen Durchblick durch das Europa des 20. und 21. Jahrhunderts. Im Schlusskapitel über die »Identitäten der Religionen« wagt der mit einer Katholikin verheiratete Atheist eine Neubestimmung der Identität an seinem eigenen Beispiel: »Wer ist ein Jude?« Die Komplexität der Antwort ist ein Lesegewinn, gerade wenn man sich selbst – auf analaoge Weise – diesen Überlegungen aussetzt und sie weiterdenkt. Norbert Copray

Farid od-Din ’Attar
Das Buch der Leiden
C. H. Beck. 400 Seiten. 29,95 €

Wer bereit ist, sich auf einen mystischen Pfad einzulassen, taucht mit diesem Buch – es ist ein Juwel – in eine faszinierende Welt ein. Auf der Suche nach dem »Geheimnis des Wirkens Gottes« pilgert der Leser zu seiner Seele »in Gott«. Der persische Autor ist ein begnadeter Erzähler. Schmerz und Leiden der Gottessehnsucht, »die schließlich zum Heilmittel wird«, spielen die entscheidende Rolle. Er veranschaulicht dies mit Geschichten von leidenden Menschen in düsteren Farben: Schmutz, Elend, Not, Armut, Hunger, allgegenwärtige Gier, Gewalt und Brutalität lassen ein Bild großer Verzweiflung entstehen. Doch ’Attar fügt sich nicht, sondern hadert mit einem Gott, der nicht eingreift. Auf der langen Reise erkennt der Pilger schließlich, dass das, was er sucht, »in ihm selbst verborgen liegt«. Er erkennt seine Seele als den Urgrund allen Seins. Im »Seelenozean« beginnt seine »Reise in Gott«. Mystiker nennen

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