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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2017
Die Tücken des fairen Handels
Im Norden boomt Fair Trade - im Süden wächst die Kritik
Der Inhalt:

Soldaten für den Frieden

von Bettina Röder vom 26.05.2017
Das »Darmstädter Signal« ist Sprachrohr kritischer Bundeswehrangehöriger

Wenn Florian Kling sich zu Wort meldet, könnte man meinen, er gehöre zu einer der bekannten Friedensorganisationen wie dem Versöhnungsbund oder Zivilen Friedensdienst. Doch weit gefehlt. Der 30-Jährige ist Offizier der Bundeswehr und Sprecher des Darmstädter Signals. Das ist das einzige kritische Sprachrohr von ehemaligen und aktiven Offizieren und Unteroffizieren sowie Soldatinnen und Soldaten und zivilen Angehörigen der Bundeswehr. Gut 130 Mitglieder gehören dazu, vor 34 Jahren wurde es gegründet. Zu aktuellen Vorgängen rund um die Bundeswehr und um Friedenspolitik meldet sich das Darmstädter Signal regelmäßig zu Wort.

So auch jüngst. Sprecher Florain Kling kritisierte ohne Umschweife – wie auch die Friedensbewegung – die Neuausrichtung der Bundeswehr: Im Grundgesetz auf territoriale Landesverteidigung ausgerichtet, sei sie auf den Umwegen der Bündnisse inzwischen eine weltweit agierende Einsatzarmee geworden. Und befeuere inzwischen sogar in einer Koalition der Willigen das Chaos in Syrien. Und auch bei der aktuellen Diskussion um das rechte Gedenkengut in der Bundeswehr hielt er nicht hinter dem Berg: Die Verteidigungsministerin sei selbst verantwortlich für Missstände, die sie jetzt kritisiert hat. Es gehe nicht, dass sie im Gießkannenprinzip Kritik austeile, wo sie doch selbst drei Jahre lang die Möglichkeit gehabt habe, die Bundeswehr strukturell und systematisch zu verändern. Er machte von der Leyen und das Ministerium für eine gewachsene Absicherungsmentalität, Verlust von Verantwortung sowie mangelnde Diskussionskultur verantwortlich.

Doch wer ist diese Initiative aus den Reihen der Bundeswehr, für die das Herz von Florian Kling schlägt? Im September 1983 verfassten zwanzig Offiziere und Unteroffiziere bei ihrem ersten Treffen im Darmstadt einen friedenspolitischen Aufruf: »Das Darmstädter Signal«. Sie wandten sich nicht nur gegen die »Nach«-Rüstung mit Atomraketen in West- und Osteuropa, sondern forderten eine kleinere, nicht angriffsfähige Bundeswehr und den Abbau aller Massenvernichtungsmittel auf deutschem Boden und weltweit. Für Soldaten der Bundeswehr sollte das »Leitbild vom Staatsbürger in Uniform« endlich verwirklicht werden.

Bis heute fordert der Arbeitskreis den Vorrang friedlicher Konfliktlösungen vor militärischen Einsätzen, die strikte Einhaltung des

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