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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2017
Die Tücken des fairen Handels
Im Norden boomt Fair Trade - im Süden wächst die Kritik
Der Inhalt:

Ein moderner Briefroman

Roman. Zwei Frauen Mitte vierzig: Die eine, Márta, hat Mann und drei Kinder und wohnt in der Großstadt. Die andere, Johanna, lebt nach überstandener Krebserkrankung und Trennung von ihrem Mann allein in ihrem Schwarzwald-Haus. Was die beiden Heldinnen von Zsuzsa Bánks Briefroman »Schlafen werden wir später« eint, ist ihre langjährige tiefe Freundschaft, die Liebe zur Literatur und ein steter E-Mail-Wechsel über einen Zeitraum von fast dreieinhalb Jahren. »Niemand tut mir mehr leid als ich mir! Aufgescheucht hat mich ein flackernder Schatten aus Laternenlicht und Stadtkastanie im ersten Mainachtwind, aufgescheucht und an den Schreibtisch geschoben, zur einzigen Stunde, in der es still ist bei uns, neben Drossel und mir still ist, schlafen werde ich später, wenn ich tot bin und Zeit dafür habe.« Dies schreibt die dauermüde, von Geldsorgen geplagte Márta um halb fünf Uhr morgens an Johanna. Auch Johanna findet häufig nicht in den Schlaf, zu sehr quält sie die Angst, dass der Krebs zurückkommt, zu oft verfolgt sie die Erinnerung an ihren Exmann. So modern das Medium, so poetisch, fast schon altmodisch ist die Sprache dieser Korrespondenz. Der »melancholische Beschwerdeton über das Leben«, wie Zsuzsa Bánk es einmal ausdrückte, kann dabei anfangs durchaus etwas anstrengen. Doch je mehr man erfährt über Márta und Johanna, ihr Leben, ihr Lieben und Leiden sowie ihr Schreiben – die eine an ihrem Erzählband, die andere an ihrer Doktorarbeit über Annette von Droste-Hülshoff –, umso mehr wachsen sie einem ans Herz. Am Ende von knapp 700 wortmächtigen Seiten lässt man die beiden Freundinnen nur ungern unter dem Buchdeckel zurück.

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