Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2017
Die Tücken des fairen Handels
Im Norden boomt Fair Trade - im Süden wächst die Kritik
Der Inhalt:

Den Urwald retten mit dem Papst

Ein befreiungskirchliches Netzwerk versucht, die Öko-Enzyklika von Papst Franziskus über alle Grenzen hinweg umzusetzen

Vor knapp zwei Jahren, an Pfingsten 2015, hat Papst Franziskus seine Enzyklika Laudato Si veröffentlicht. Während das ökosoziale Weltrundschreiben, das für einen schöpfungsfreundlichen Lebensstil wirbt, im theoriegesättigten Europa wie ein weiteres Öko-Gerechtigkeitspapier neben vielen anderen aufgenommen und allenfalls im akademischen Bildungsbetrieb verdaut wurde, praktisch aber kaum Resonanz fand, ist der Text in Südamerika eine Sensation. Dort mobilisiert Laudato Si mit seiner klaren Sprache und dem Protest gegen Ausbeutung und Habgier tatsächlich Veränderungskräfte. Vor allem unter jungen Erwachsenen, deren Eltern sich längst aus Frust über den befreiungsfeindlichen Kurs der Päpste Karol Wojtyla und Joseph Ratzinger von der katholischen Kirche abgewandt hatten.

Die Enzyklika ist auch die theoretische Grundlage für das neugegründete kirchliche Netzwerk »Repam« (Red Eclesial Panamazónica), das sich länderübergreifend über das gesamte Amazonasgebiet mit seinen 7,5 Millionen Quadratkilometern erstreckt. Im Namen dieses Netzwerks ist Kardinal Claudio Hummes jüngst mit Menschen aus vier indigenen Völkern vom brasilianischen São Paulo nach Washington gereist, um dort mit ihnen für die Rechte aller ursprünglichen Völker zu streiten. Der 84-jährige angesehene Franziskaner und Kardinal, der für sein Alter äußerst rüstig und fit ist, erklärt den Sinn von Repam: »Die indigenen Völker müssen die Bauleute ihrer eigenen Geschichte werden.« Die Kirche habe »erst dann ihren Auftrag im Amazonasgebiet erfüllt, wenn das erreicht ist«.

Patricia Gualinga, die 37-jährige Sprecherin des Widerstandsdorfes Sarayaku im Amazonas-Urwald (