Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2016
Hoffnung für die Stadt
Theologe Jürgen Moltmann über Christsein in den kapitalistischen Metropolen
Der Inhalt:

Vorgespräch: Wer sind die Neuen?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 27.05.2016
Fragen an die Fotografin Michaela Kaiser zu ihrer Hamburger Ausstellung mit Porträts von Flüchtlingen

Publik-Forum: Frau Kaiser, am 30. Mai eröffnen Sie in Hamburg Ihre Fotoausstellung »Wir sind die Neuen. Wir wären gerne zuhause geblieben«. Was gibt es da zu sehen?

Michaela Kaiser: Fotos und Kurzinterviews mit Flüchtlingen sowie Eindrücke aus der Berliner Erstaufnahmeeinrichtung Lageso. Der syrische Palästinenser Mohammed Turaani berichtet anhand seiner Handyfotos von seiner dreijährigen Flucht und beantwortet bei der Vernissage Fragen. Es gibt ein Begleitprogramm, zum Beispiel mit der Jugendbuchautorin Carolin Philipps. Sie liest aus ihrem Buch »Talitha«, in dem sie die Flucht eines 17-jährigen christlichen Mädchens von Damaskus über den Balkan nach Deutschland beschreibt. Das ist besonders für Schulklassen interessant.

Wie sind Ihre Fotos und Texte entstanden?

Kaiser: Ich war einige Tage lang im Berliner Lageso und habe mich dort mithilfe von Dolmetschern mit Flüchtlingen unterhalten. Es war gar nicht so einfach, denn viele wollten nicht reden – aus Angst, Misstrauen oder weil sie einfach völlig fertig waren.

Welcher Moment hat Sie besonders berührt?

Kaiser: Es hat mich insgesamt ziemlich mitgenommen, von all diesen Schicksalen zu erfahren. Besonders berührt hat mich die Geschichte von Mohammed Turaani. In der Türkei wurde er gefoltert, in Albanien wurde zwei Mal auf ihn geschossen. Zuerst konnte ich das alles kaum glauben. Er hat das so sachlich erzählt, aber inzwischen kenne ich ihn besser und bin mir sicher, dass alles wahr ist.

Sind das bedrückende Bilder, die Sie zeigen?

Kaiser: Es gibt Bilder, die sind schon heftig. Ein Foto zeigt zum Beispiel einen Vater, der seinen Sohn auf den Schultern hat, und diesem Kind ist das Trauma genau anzusehen. Auf anderen Fotos sieht man aber auch, wie Geflüchtete aktiv werden.

Was wollen Sie mit dem Projekt erreichen?

Kaiser: Mein Wunsch ist es, dass die Besucher die Einzelschicksale sehen, die hinter der Masse an Flüchtlingen stecken. Viele Deutsche haben ja eine diffuse Angst vor den Fremden, die da kommen. Ich habe die Hoffnung, dass meine Bilder dazu beitragen, dass diese Angst ein Stück weit verlore

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen