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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2013
Die Weisheit des Körpers
Wie wir lernen, unseren Gefühlen zu vertrauen
Der Inhalt:

»Ich will vom Glück abgeben«

von Johannes Nitschmann vom 31.05.2013
Berührt von der Armut der Kinder: Der Fußball-Profi
Christoph Metzelder unterstützt eine Reihe sozialer Projekte

Über sein soziales Engagement redet Christoph Metzelder so selbstverständlich wie über die Viererkette. »Es gibt auch in unserem Land sehr viel Not, ganz besonders im Ruhrgebiet«, sagt der 32-jährige Profi-Kicker, der seine Fußballer-Karriere mit Abschluss der aktuellen Bundesliga-Saison beendet hat. Den kantigen Abwehrspieler berührt, »dass Kinder und Familien an der Armutsgrenze leben, Jugendliche ohne Schulabschluss und Ausbildungsplatz sind«. Deshalb hat er die Christoph-Metzelder-Stiftung gegründet, die sich vor allem den Kampf gegen Kinderarmut und die Integration junger Migranten auf die Fahnen geschrieben hat.

Künftig will sich der 47-fache Nationalspieler vor allem seinen Sozialprojekten widmen. Dabei fungiert er nicht nur als Vorstand seiner eigenen Stiftung. Metzelder ist auch als »Ausbildungspate«, Unicef-Botschafter und »Schutzengel« einer Initiative gegen Kinderprostitution aktiv. Mit seinem sozialen Engagement wolle er etwas von seinem »Glück im Leben« zurückgeben und sich um diejenigen kümmern, »denen es nicht so gut geht«, sagt der bärtige Mann mit dem markanten Gesicht.

Der Fußballer ist bekennender Katholik. In seinem Elternhaus und der Pfarrei St. Sixtus im westfälischen Haltern wurde er religiös geprägt. Beim heutigen Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, damals Kaplan in Haltern, ging er in den 1990er-Jahren zum Messdienerunterricht. »Wir haben heute noch Kontakt«, erzählt der einstige Ministrant, der bei Preußen Münster, Borussia Dortmund, Real Madrid und Schalke 04 spielte. Noch heute besucht er das Halterner Gotteshaus. Fasziniert ist Metzelder von Papst Franziskus. Als »Papst der Armen« sei er authentisch. »Ich hoffe, dass er seine Richtung beibehalten kann, denn die katholische Kirche braucht Veränderungen«, sagte er.

Im Gegensatz zu den südamerikanischen oder südeuropäischen Bundesligaspielern lebe er seinen Glauben »nicht extrovertiert, sondern intim und privat«. So bekreuzige er sich nicht bei Einwechslungen oder Toren auf dem Spielfeld. Er rede aber mit Mitspielern offen über seinen Glauben. Und redegewandt ist der Fußballer. »Ich weiß natürlich, dass ich damit ein Exot bin, aber ich habe noch nie erlebt, dass ich deshalb belächelt oder

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