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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2020
Arbeiten und Leben nach Corona
Was wir aus der Krise lernen können
Der Inhalt:
Buch des Monats

Was jetzt gebraucht wird

von Norbert Copray vom 15.05.2020
Im Mitgefühl können Macht und Fürsorge zusammenfinden

Matthieu Ricard/Tania Singer/Kate Karius
Die Macht der Fürsorge
Für eine gemeinsame Zukunft. Wissenschaft und Buddhismus im Dialog mit dem Dalai Lama. Droemer-Knaur. 268 Seiten. 12,99 €

Wann wird »die Macht der Fürsorge« mehr gebraucht als heute? Und zugleich auch mehr ausgeübt als in dieser Zeit? Das gleichnamige Buch versammelt Erfahrungen, Einsichten, Reflexionen und Perspektiven »für eine gemeinsame Zukunft«. Sie mehr noch als bisher durch die Macht der Fürsorge zu prägen sowie alle inneren und äußeren Widerstände dagegen zu überwinden ist das Anliegen dieses Sammelbands. Er gibt die Beiträge einer Mind & Life-Konferenz von September 2016 wieder, die von ihrer Aktualität und ihrem bleibenden Wert nichts verloren haben.

Im Gegenteil. In Gegenwart des Dalai Lama werden die Erkenntnisse von mehr als zwanzig Wissenschaftlern und spirituellen Ratgebern zum Oberthema leicht verständlich zusammengetragen aus Ethologie, Anthropologie, Ökologie, Psychologie, Neurowissenschaften, spirituellen und religiösen Traditionen. Gesprächsweise werden Einzelaspekte zwischen den Teilnehmenden vertieft. Probleme werden angesprochen. So die Ambivalenz von Macht und der Machtmissbrauch. Wobei die Übersetzung des englischen Buchtitels »Power and Care« durchschimmert, da Power auch mit Kraft, Energie und Vermögen hätte übersetzt werden können.

Zum kritischen Umgang mit Macht sagt der Dalai Lama: »Sollte aber weiter die Auffassung vorherrschen, Macht sei wichtiger als Fürsorge, dann werden sich die Menschen weiter umbringen.« Stattdessen gelte es, »durch bessere Bildung ein mitfühlenderes 21. Jahrhundert zu schaffen«. Ob das die vom Corona-Virus ausgelöste globale Krise zu beschleunigen vermag? Der Nachhaltigkeitsforscher Johan Rockström erweitert die Perspektive: »In gleicher Weise, wie wir möchten, dass unsere ökonomische Entwicklung dazu genutzt wird, soziale Ziele zu erreichen, sollten wir alles daran setzen, ein für alle Mal auch dem Planeten Erde die Macht der Fürsorge zukommen zu lassen.« Tania Singer, Neurowissenschaftlerin, Psychologin und Leiterin der Forschungsgruppe Soziale Neurowissenschaften, erforscht, wie mentale Übungen ermöglichen, »nicht nur die äußere Welt zu formen, sondern auch die Macht der innerlichen Entwicklung in jeder und in jedem von uns zu nutzen. Auf d

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