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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2020
Arbeiten und Leben nach Corona
Was wir aus der Krise lernen können
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 15.05.2020

Mark Galliker
Menschenbild und Lebensform
Psychosozial. 374 Seiten. 39,90 €

Der Psychotherapeut und Philosoph Mark Galliker diskutiert in seinem Werk 18 unterschiedliche Menschenbilder. Da Texte den Ausgangspunkt bilden, handelt es sich um eine wissenschaftliche Literaturstudie. Vorgestellt werden unter anderem der Vernunftmensch, der Maschinenmensch, der sinnliche, der ökonomische, der intuitive Mensch. Die Akzentuierung des religiösen Menschen ist einseitig, weil hier sehr stark auf eine Jenseitsorientierung abgehoben wird, die mit Weltverneinung einhergeht. Der Autor kritisiert das aktuell beliebte Bild vom »neuronalen Menschen«, weil es den Menschen auf die Funktionalität seines Körpers (und seines Gehirns) reduziere und kulturhistorische wie soziale Prägungen ausblende. Er selbst sympathisiert in seiner »psychologiegeschichtlichen Betrachtung« mit einem Bild vom Menschen, der »im Prozess des Werdens« sei. Denn: Es gebe kein wahres oder definitives Menschenbild. Der Mensch sei »auf dem Weg«. Ein anspruchsvolles Buch, das kenntnisreich Einordnungshilfen gibt und doch vieles offen lässt. Hartmut Meesmann

Gudula Frieling
Christliche Ethik oder Ethik für Christen?
Pustet. 596 Seiten. 49,95 €

»Der Anlass für diese Arbeit ist Empörung.« Dieser erste Satz lässt aufhorchen. Die Autorin stellt verschiedene Konzepte christlicher Ethik vor. In ihrer Empörung gibt sie sich allerdings nicht mit einer wohlfeilen Versöhnung der Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens mit einer universalen Vernunft zufrieden. Mit dem lateinamerikanischen Theologen Jon Sobrino entwickelt sie vielmehr eine biblisch argumentierende Ethik aus der Perspektive der Armen. Einer christlich-universalen Ethik wirft sie vor, nur Exzesse anzuprangern und die Wunden im Lazarett zu verbinden. Dies sei angesichts der strukturellen Verwüstungen des Kapitalismus nicht zeitgemäß. Die Autorin setzt auf eine positionale Ethik der Nachfolge, welche die biblische Vernunft und Vernunftskritik für Christen erschließt. Was gut ist, entscheidet nicht die abstrakte Vernunft, sondern immer auch die eigene Position: Was für reiche Christen als Zumutung erscheint, ist aus der Perspektive der Armen eine Frage der Gerechtigkeit. Mitwirken am Aufbau des Reiches Gottes ist der

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