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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2018
Kennen wir uns?
Jesus, Marx und die Krise des Kapitalismus. Ein Streitgespräch
Der Inhalt:

Buch des Monats: Initiative für Humanität

von Norbert Copray vom 11.05.2018
Beherzte Mitmenschlichkeit bewegt die Gesellschaft

Hubertus Lutterbach
So prägt Religion unsere Mitmenschlichkeit
Aktuelle Initiativen gesellschaftlichen Engagements. Butzon & Bercker. 324 Seiten. 25 €

»Wo, wann und warum zeigen wir uns sensibel, um für die Einheit der Menschen vor Gott und untereinander einzutreten?« Mit dieser Frage des katholischen Theologen Johann B. Metz eröffnet Hubertus Lutterbach sein neues Buch. Darin beschreibt und reflektiert der an der Universität Duisburg-Essen lehrende Theologieprofessor für Christentums- und Kulturgeschichte »aktuelle Initiativen gesellschaftlichen Engagements«. Allerdings nicht beliebig, sondern zur Demonstration: »So prägt Religion unsere Mitmenschlichkeit.«

Damit setzt er ein deutliches Zeichen gegen die oftmals leichtsinnige Rede vom Verschwinden von Religion und Christentum. Wenn wir deren Gestaltenwandel nicht erkennen, übersehen wir Wesentliches. Lutterbachs Koordinaten sind dabei: »der menschenfreundliche Gott« und die »barmherzige Lebenspraxis« – gewissermaßen auf der y-Achse – und die »gelebte Religion« und die »Initiativen beherzter Mitmenschlichkeit« auf der x-Achse.

Die emphatische Willkommenskultur für die Flüchtlinge im Herbst 2015, die Stimmungswandlung gegenüber den Geflüchteten, die klaren Worte der Solidarität der Kirchenverantwortlichen für Geflüchtete und ihre meist ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen sowie die anschwellende Feindseligkeit bis Xenophobie nicht nur gegenüber Geflüchteten, sondern gegenüber allen Fremden sind die Marker für eine exemplarische Situation, in der karitatives und diakonisches Handeln besonders herausgefordert sind.

Die »veränderten Motivationen hinter dem Einsatz der Helfenden« zu berücksichtigen heißt, eine »zivilisatorische Langzeiterrungenschaft« im Dienst an nahen und fernen Mitmenschen wahrzunehmen. Sie hat ihre Wurzeln vor allem in der »neuartigen Praxis der Nächstenliebe«, die »die Christen in der Spur des Judentums von Anfang an übten«, um Gottes geschenkte Liebe weiterzureichen. Wer solche Praxis bis heute anerkennt, ohne dass dadurch kirchliche Gräuel und Missbräuche übertüncht sein sollen, sieht die Entwicklung eines undogmatischen und praktischen Christentums. Nicht der Glaube ist entscheidend, sondern das Tun des Glaubens, so Jesu Verkündigung und die Lehre des frühen Christentums.

Das erlaubte die Anschl

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