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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2018
Kennen wir uns?
Jesus, Marx und die Krise des Kapitalismus. Ein Streitgespräch
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die unerschrockene Nonne

Patricia Fox setzt sich für die Rechte der Armen auf den Philippinen ein. Das ist zu politisch, meint Präsident Duterte – und verweist sie des Landes

Tiefe Furchen im Gesicht, ein hagerer Körper, kurze Haare und wache blaue Augen, so sieht die 71-Jährige aus, die den Präsidenten der Philippinen, Rodrigo Duterte, derart in Rage versetzt hat, dass die ganze Welt über die katholische Nonne berichtet. »Ich habe über die Medien erfahren, dass ich noch dreißig Tage habe, bis ich ausreisen muss«, sagte die gebürtige Australierin, die seit fast dreißig Jahren im Orden der Sionsschwestern auf den Philippinen arbeitet.

Sie versteht es als ihre Aufgabe, der Wahrheit auf den Grund zu gehen und sich mit den Entrechteten zu solidarisieren. »Das mag politisch sein, aber es ist nicht parteipolitisch«, widerspricht Fox den staatlichen Vorwürfen, sie kritisiere den Präsidenten. Kurz bevor dieser persönlich eine Untersuchung gegen Fox anordnete, war sie Teil einer Delegation, die Menschenrechtsverstößen auf der Insel Mindanao nachging. Derzeit häufen sich Vorwürfe von Menschenrechtlern, dass das Militär dort unter dem Deckmantel der Notstandsgesetze Verbrechen vertusche und Bauern entrechte. Fox ging diesen Behauptungen nach und sprach mit den Menschen vor Ort. Daraufhin wütete der Präsident: »Du, Nonne, kritisiere deine eigene Regierung.« Er könne nicht dulden, »dass fremde Leute auf der Souveränität des Landes herumtrampeln und uns beleidigen«.

»Der Zugriff auf Leute, die ihre Ablehnung des Machtmissbrauchs der Regierung deutlich machen, wird härter«, beobachtet Weihbischof Roderick Pabillo.

Sister Pat, wie sie von den Leuten vor Ort auch genannt wird, hat sich davon nicht aufhalten lassen. »Sie ist eine unerschrockene Frau«, heißt es aus Kreisen ihrer Unterstützer. Aber nun wird auch vor Geistlichen kein Halt mehr gemacht. Das Visum