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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2018
Kennen wir uns?
Jesus, Marx und die Krise des Kapitalismus. Ein Streitgespräch
Der Inhalt:

Der Krieg und die Lüge

Israel und Iran: Ist eine drohende Katastrophe noch zu vermeiden?

Kriege beginnen oft mit Lügen. Das ist eine bittere Wahrheit. Deutlich steht sie vor Augen in Erinnerung an das Jahr 2003. Der damalige Außenminister der USA, Colin Powell, hatte in einem perfekt inszenierten Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat angebliche Beweise dafür vorgelegt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen herstellen würde. Es war die Rechtfertigung für den Irak-Krieg. Eine Katastrophe, bis heute.

Als der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dieser Tage den angeblichen Beweis dafür aus der Tasche zog, dass auch der Iran Atomwaffen herstellen kann, war der Aufschrei in Erinnerung an Colin Powells Lügen groß. Doch Netanjahu verfolgte mit seinem Auftritt vor allem ein Ziel: Nämlich US-Präsident Donald Trump davon zu überzeugen, das Atomabkommen mit dem Iran aufzukündigen. Fest steht so oder so: Die Welt sitzt auf dem Pulverfass. Auch die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) schlägt Alarm. Ein Krieg zwischen Iran und Israel hätte nicht nur katastrophale Folgen für die Zivilbevölkerung in beiden Staaten. Auch die Nachbarländer und die Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, könnten rasch in einen Krieg hineingezogen werden und die ohnehin kriegsversehrten Länder Syrien, Irak und Libanon in neuer Gewalt versinken.

Deshalb fordert die IPPNW die Einberufung einer Konferenz zur Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten unter Einbeziehung aller Staaten der Region. Europa käme dabei eine wichtige Vermittlerrolle zu: etwa bei Verhandlungen über einen gegenseitigen Nichtangriffspakt aller Beteiligten. Das klingt angesichts der Kriegsgefahr wie