Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2016
Schwierige Schüler
Ausrasten, stören, treten: Ein Fall für die Sonderschule? Eine Lehrerin sagt Nein
Der Inhalt:

Gemeinsam ackern

von Ute Stephanie Mansion vom 13.05.2016
Auf dem Hof von Lutz Ischebeck beteiligen sich hundert Menschen an der Arbeit auf den Äckern und an den Kosten. Dafür erhalten sie jeden Monat eine Kiste mit Obst und Gemüse. Solidarische Landwirtschaft heißt das Projekt

Seit fast tausend Jahren ist der Hof von Lutz Ischebeck im Besitz seiner Familie. Stets war die Arbeit auf dem Hektar Land in Solingen Sache der Familie. Seit drei Jahren ist das anders: Der fünfzigjährige Hofbesitzer und seine Lebensgefährtin Daniele Schaefer haben die Ernte, die Feldarbeit und die Kosten auf die Schultern von mehr als hundert Menschen verteilt. »Solidarische Landwirtschaft« – kurz Solawi – heißt das Projekt, bei dem Verbraucher einen Hof finanziell und durch Arbeitsstunden unterstützen und dafür an der Ernte beteiligt werden. »Ich stand vorher dreimal in der Woche auf Märkten, und unser Hofladen war häufiger geöffnet«, sagt Ischebeck. Nun arbeitet er wieder mehr auf dem Feld, was ihm lieber ist. Denn für einen Teil der Ernte stehen die Abnehmer ja schon fest. Seit 1996 betreibt Ischebeck auf dem Hof eine Bioland-Gärtnerei, in der er Obst und Gemüse anbaut.

Einen Hof gemeinsam mit hundert Nichtlandwirten zu betreiben, das macht man nicht mit links. Und gerade weil alle voller Idealismus sind, geht es nicht ohne Konflikte: Einige Mitglieder wollten allzu viel mitbestimmen, andere leisteten ihre Arbeitsstunden nicht ab. Viel mehr als früher müssen die Hofbesitzer kommunizieren und die Arbeit so im Voraus planen, dass Arbeitseinsätze anberaumt werden können. Die ersten beiden Jahre waren herausfordernd für den Landwirt und seine Lebensgefährtin. Inzwischen kümmert sich ein Team aus der Gruppe der Solawi-Mitglieder um E-Mails und Finanzen; eine Satzung legt fest, was die Verbraucher zu leisten haben (siebzig Euro Monatsbeitrag, zwanzig Arbeitsstunden im Jahr) und was sie bekommen.

Fenchel ernten und Unkraut jäten

Für die Ackereinsätze bietet der Hof bestimmte Termine über das Jahr verteilt an, für die sich jeweils 10 bis 15 Mitglieder melden können. Dann säen sie zum Beispiel Salat, ernten Äpfel, Fenchel, Mangold und Lauch, pflücken Stangenbohnen oder jäten Unkraut. Auch die Tätigkeit des Organisationsteams zählt als Arbeitseinsatz.

Ihren Beitrag zahlen die Mitglieder für ein Jahr oder monatlich im Voraus, damit der Hof damit wirtschaften kann. Die Mitglieder erhalten dafür jede Woche eine Kiste Gemüse: Tomaten, Gurken, Paprika, Fenchel, Bohnen, Obst, Kräuter und anderes – abhängig von der Jahreszeit. Feldgemüse wie Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln können sie im Hofladen ermäßigt kaufen. E

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen