Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2012
Wer war Jesus?
Die neuen Einsichten der Bibelforscher
Der Inhalt:

Krummes Holz wird gerade

Community Organizing ist eine politische Bürgerbewegung, die benachteiligten Menschen hilft, für sich selbst einzustehen. Auch Kirchengemeinden haben sie inzwischen für sich entdeckt

Warum die Rede von der »Entweltlichung der Kirche« – die Papst Benedikt XVI. in die Debatte gebracht hat (siehe Kasten) – nicht einmal anders lesen? Nämlich als Absage an die Logik des politisch Gewohnten, der Sattheit der Gesättigten, der Macht der Mächtigen – als Absage an eine zutiefst weltliche Logik, die weite Teile der Gesellschaft dominiert und nur vergessen machen will, dass längst nicht alle von ihr profitieren, sondern die Macht der Mächtigen die Ohnmacht der Ohnmächtigen zum Preis hat? Christen und ihre Kirche nämlich könnten in der Gesellschaft die Frohe Botschaft Gottes gleichsam als Kontrapunkt zur Geltung bringen und damit für die Sprachlosen und Ohnmächtigen befreiend wirken.

Befreiende Wirkungen kann unsere Gesellschaft gut gebrauchen. Denn in Zeiten, die manche sogar als »Postdemokratie« (Colin Crouch) charakterisieren, müssen wir beobachten, dass immer mehr Menschen in unserer eigentlich reichen Gesellschaft verarmen. Damit ist nicht nur die materielle Armut gemeint, sondern vor allem der Verlust an Möglichkeiten, die privaten wie die öffentlichen Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen, sich als aktive Bürgerin oder Bürger eines im wahrsten Sinne des Wortes republikanischen Gemeinwesens zu erfahren. Selbst viele der gewohnten Instrumente des Wohlfahrtsstaates bergen seit Langem – so keinesfalls allein die politisch konservative Kritik – die Gefahr, die prekären Lebenslagen der Schwachen nur zu beruhigen, deren Solidaritätspotenzial stillzustellen und damit ihre eigenständige Interessenwahrnehmung noch weiter zu schwächen.

Vor eine ähnliche Situation sah sich vor gut achtzig Jahren auch Saul Alinsky, der Begründer der zuletzt durch Hillary Clinton und Barack Obama prominent gewo