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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2012
Wer war Jesus?
Die neuen Einsichten der Bibelforscher
Der Inhalt:

Der Herr der zwei Welten

Im modernen Film findet die religiöse Erzählung zu ihrer Dramatik zurück. Doch nicht immer winkt am Ende die Erlösung

Sowohl die Religion als auch die populäre Kultur funktionieren nicht nur über Bilder, Musik, Rituale und Symbole, sondern ganz entscheidend auch über Erzählungen. Der Ursprung liegt hierbei in den Mythen und Erzählungen über die Erlösergestalten der Religionen, in den Legenden über Heilige und Götter. Hierbei dominiert in der populären Kultur ein Bezug auf den Traditionsbestand der christlichen Religion, denn die populäre Kultur entsteht und gedeiht insbesondere in der westlichen Kultur des christlichen Abendlandes; auch wenn der Osten sozusagen nachzieht und seine eigenen Formate zu entwickeln beginnt, wie im koreanischen Kino oder im indischen Bollywood, dessen Filme ganz explizit Bezug auf die hinduistischen Götterwelten nehmen.

Der Kulturtheoretiker Joseph Campbell hat die Struktur einer typischen Heldenreise, wie sie sich nicht nur im Traditionsbestand der westlichen Welt, sondern in unterschiedlichsten Kulturen darstellt, herausgearbeitet. Die Stationen einer Heldenreise stellen sich nach Campbell wie folgt dar:

1. Ruf: Erfahrung eines Mangels oder plötzliches Erscheinen einer Aufgabe.

2. Weigerung: Der Held zögert, dem Ruf zu folgen, beispielsweise, weil es gilt, Sicherheiten aufzugeben.

3. Aufbruch: Er überwindet seine Zögerlichkeit und macht sich auf die Reise.

4. Auftreten von Problemen, die als Prüfungen interpretiert werden können.

5. Übernatürliche Hilfe: Der Held trifft unerwartet auf einen oder mehrere Mentoren.

6. Die erste Schwelle: Schwere Prüfungen, etwa der Kampf mit dem Drachen, der sich als Kampf gegen die eigenen inneren Widers