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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2012
Wer war Jesus?
Die neuen Einsichten der Bibelforscher
Der Inhalt:

Der Anwalt der 900 Millionen

Unerschrocken und resolut: Der Wiener Student Max Schrems bringt den Internetgiganten Facebook in Bedrängnis

Was weiß Facebook über mich? Diese Frage geht Max Schrems irgendwann nicht mehr aus dem Kopf. Der 24-jährige Jurastudent aus Wien will es ganz genau wissen und fordert das soziale Netzwerk kurzerhand auf, ihm alle Informationen zu schicken, die es von ihm gespeichert hat. Jeder Europäer habe schließlich das Recht, bei Unternehmen Auskunft über persönliche Daten zu verlangen, sagt Schrems im Gespräch mit Publik-Forum mit charmantem Wiener Akzent: »Man muss es halt nutzen.«

Zunächst zeigt sich der kalifornische Internetgigant Facebook von der Anfrage des Studenten mit den kurzen, frech gegelten Haaren wenig beeindruckt. Doch Schrems lässt nicht locker. Sechs Wochen und zwei Dutzend hartnäckiger E-Mails später bekommt der 24-Jährige Post aus Kalifornien. Auf eine CD gebrannt schickt ihm das Unternehmen 1222 DIN-A4-Seiten: ein Stapel Papier voll mit persönlichen Daten über Max Schrems – einen einzigen von gut 900 Millionen Facebook-Nutzern. Ein Jahr ist das nun her.

Neben dem Ausmaß der Datenflut – »Ich bin erst seit vier Jahren bei Facebook und kein Heavy-Nutzer, der alles ständig kommentieren muss« – gibt es etwas, das Schrems besonders erschreckt: Unter all den gespeicherten Nachrichten, Pinnwand-Einträgen und Freundschaftsanfragen sind auch private Informationen, die der Student längst gelöscht hat.

Raus aus Facebook? Das kommt für Schrems überhaupt nicht in Frage. »Ich bin immer dafür, Dinge zu verbessern, anstatt sich zu verweigern.« Dann sagt der junge Österreicher, der um einen lockeren Spruch nie verlegen zu sein scheint: »Ich versteh’ bis heute nich’, warum die so dappig war’n, mir das ganze Beweismaterial f