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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2012
Wer war Jesus?
Die neuen Einsichten der Bibelforscher
Der Inhalt:

»Beliebig und banal«

Die Piratenpartei entspricht exakt dem, was in unserer Gesellschaft falsch läuft. Ein Zwischenruf

Wer Vertreter der Piratenpartei in Parlamenten und Talkrunden sieht, muss nicht erschrecken vor utopischen Forderungen oder provokantem Auftreten. Nein, die Piraten kommen in einer langweilig-wohligen Bürgerlichkeit daher – und ihre Ahnungslosigkeit erregt Mitleid. Auf welches politische Problem sie auch angesprochen werden – sie geben zu, dass sie noch keine Position formuliert haben. Das klingt für viele sympathisch, sollte aber stutzig machen. Wie kommt es, dass eine solche Partei so viel Interesse auf sich zieht?

Die Ursache ist vor allem die Verblassung des Politischen. Nicht zu verwechseln mit Politikverdrossenheit. Es geht um Politikverweigerung. Als Folge eines Lebensstils, der sich zunehmend individualisiert. Jeder schafft sich durch sein Netzwerk seine Privat-Community, mit der er sich aus den gesellschaftlichen Zusammenhängen verabschiedet. Doch: Wer sich ständig im Netz bewegt, ist noch lange kein wissender, aufgeklärter Bürger. Deswegen gilt es, sich inhaltlich mit der Piratenpartei auseinanderzusetzen. Da wird es nicht ausreichen, die »Politikverdrossenheit« als quasi moralische Daseinsberechtigung der Piraten zu beschwören, ohne die Partei auf ihre Substanz abzuklopfen. Vielmehr müssen wir uns Gedanken darüber machen, welchen Stellenwert das Politische und die Entwicklung der Demokratie einnehmen sollen.

Mit der Causa Guttenberg und Wulff haben wir das ganze Desaster vorgeführt bekommen: Was es heißt, wenn das harte politische Geschäft mit Glanz, Glamour und geldwerten Vorteilen und Kommunikation mit Bespaßung verwechselt werden. Wenn der Mangel an moralischer und politischer Fundierung in der Spitze der Gesellschaft angekommen ist.

Und die Piratenpartei? Sie s