Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2019
Wie christlich ist Ihre Politik?
Fragen an Annegret Kramp-Karrenbauer
Der Inhalt:

Warum bauen Sie Jena um?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 19.04.2019
Vorgespräch: Ein Architektur-Festival für Laien: In 72 Stunden wird der Stadtteil Lobeda neu gestaltet. Wie soll das gehen? Fragen an den Architekten Kerem Halbrecht

Publik-Forum: Sie haben ein Architektur-Festival ins Leben gerufen, an dem jede und jeder teilnehmen kann. Was steckt dahinter?

Kerem Halbrecht: Bei der »72 Hour Urban Action« bringen wir Architekten und Handwerker mit Laien zusammen. In zehn Teams mit jeweils zwölf Teilnehmern entwickeln und bauen diese dann an vorher festgelegten Orten Räume, die der Gemeinschaft dienen. Innerhalb von 72 Stunden entstehen so Treffpunkte, direkt nutzbare Architektur, zum Beispiel ein Spielplatz.

Endet das nicht in totalem Chaos?

Halbrecht: Nein. Oder sagen wir mal so: Wir schaffen einen geschützten Raum, in dem das Chaos sein darf. Denn Chaos führt ja auch zu Kreativität! Sich vom Alltag zu lösen bedeutet, in einen Ausnahmezustand einzutreten. Da entstehen oft die besten Ideen, die größte Leidenschaft. Tatsächlich steckt aber auch viel Planung dahinter. Und durch den enormen Zeitdruck geht es zur Sache! Nach vielen Diskussionen in der ersten Nacht müssen die Teams am nächsten Morgen einen Plan haben.

Das Festival fand zum Beispiel schon auf Malta statt und im dänischen Roskilde. Warum haben Sie nun Jena-Lobeda ausgewählt? Weil es dort besonders hässlich ist?

Halbrecht: Nein, weil Menschen denken, dass es dort hässlich sei! Die schnell hochgezogenen Plattenbauten gelten heute vielen als furchtbar, sie werden mit Armut und Ausgrenzung verbunden. In Lobeda ist das aber gar nicht so. Viele Menschen, die dort leben, schätzen die Nähe zum Fluss, den Blick ins Grüne. Die Außenwahrnehmung deckt sich also nicht mit dem Lebensgefühl derjenigen, die da wohnen. Dieser andere Blick macht es gerade spannend und ist ein guter Ausgangspunkt, um über Design und das soziale Miteinander nachzudenken.

Wer nimmt da teil?

Halbrecht: Jeder, der oder die Lust hat! Aus Jena kommen leider nicht so viele wie erhofft, dafür aber aus der Umgebung, aus Weimar, Gera. Die Teams bestehen je zur Hälfte aus Deutschen und zur Hälfte aus internationalen Teilnehmern: Ghanaer und Inderinnen sind dabei, Peruaner, Syrerinnen und Iraner; 18-Jährige und 70-Jährige.

Besteht durch die internationale Ausrichtung nicht die Gefahr, dass die Aktion zu einem Elitenprojekt wird und jene ausschließt, die kein Engl

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen