Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2019
Wie christlich ist Ihre Politik?
Fragen an Annegret Kramp-Karrenbauer
Der Inhalt:

Osterglaube mit Respekt

von Norbert Copray vom 19.04.2019
Buch des Monats: Für einen offenen Dialog zwischen Christentum und Judentum

Walter Homolka/Magnus Striet
Christologie auf dem Prüfstand
Jesus der Jude – Christus der Erlöser. Herder. 144 Seiten. 16 €

Zu Ostern steht Christus Jesus als Erlöser im Mittelpunkt des christlichen Bekenntnisses. Das unterscheidet Christen von Juden. Schon früh sahen sich Christen daher als das eigentliche Volk Gottes an, das Israel vor Gott ersetzt. Daher haben sie Juden einen defizitären Glauben vorgehalten. Unter anderem dies hat zu einem Antijudaismus geführt, von dem eine Linie bis in den Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts reicht, bis hin zur Vernichtung der europäischen Juden in der Shoah.

Muss denn Jesus als Erlöser geglaubt werden? Nein, sagen Walter Homolka, deutscher Rabbiner, Universitätsprofessor und Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs, sowie Magnus Striet, Katholik und Professor für Fundamentaltheologie in Freiburg, in ihrem Buch »Christologie auf dem Prüfstand«, dessen Untertitel deshalb hinter »Christus der Erlöser« ein Fragezeichen verdient hätte.

Denn für sie steht fest: »Wir brauchen eine Christologie, die auf Fragen des 21. Jahrhunderts keine Antworten aus früheren Jahrhunderten anbietet, die längst an Deutekraft verloren haben. An der Soteriologie als einem bedeutenden Pfeiler der Christologie soll dies deutlich gemacht werden.« Soteriologie ist die Lehre von der Erlösung der Menschen, die die Lehre von der Schuld des Menschen voraussetzt. Christologie ist die Lehre von Jesus, dem Christus, was meist Christus als den Erlöser meint. Da merkt die potenzielle Leserschaft schon im Ansatz, dass hier dicke theologische Bretter aufgebohrt und akademische Begriffs- und Sprachmuster zugemutet werden.

Das ist nötig, denn das Beharrungsvermögen der »Eindeutigkeitsfundamentalisten« (Striet) ist massiv, wie auch die Maßnahmen von Papst Benedikt und seine Einlassungen zum Verhältnis von Judentum und Christentum zeigten. Ein Verhältnis auf Augenhöhe geht anders. Wie es geht, zeigen Homolka und Striet. Die Annäherung von Juden an Jesus, ihren Bruder, hat dazu geführt, dass die christlichen Kirchen erkennen und akzeptieren mussten, dass es kein Christentum ohne den Juden Jesus gibt.

Gleichwohl besteht zu Recht das Judentum darauf, nicht vom Christentum vereinnahmt zu werden, wie etwa mit der Rede vom jüdisch-christlichen Abendland, was Homolka zu Recht für ei

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen