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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2019
Wie christlich ist Ihre Politik?
Fragen an Annegret Kramp-Karrenbauer
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 19.04.2019

Urs Eigenmann/
Kuno Füssel/
Franz J. Hinkelammert (Hg.)
Der himmlische Kern des Irdischen
Exodus. 268 Seiten. 25 €

Mehr als dreißig Jahre lang traf sich in der Schweiz eine internationale Gruppe von Theologinnen und Theologen regelmäßig, um sich radikal im Widerspruch zu dem theologischen und kirchlichen Mainstream der Grundlagen ihres christlichen Glaubens zu vergewissern. Zu welchen Einsichten und praktischen Konsequenzen das führte, zeigt dieses Buch. Kuno Füssel plädiert für eine Theologie als materialistischer Theorie messianischer Praxis. Franz Hinkelammert geht der Frage nach, was das Marx’sche Diktum vom Menschen als dem höchsten Wesen für den Menschen besagt. Urs Eigenmann rekonstruiert anhand der Reich-Gottes-Botschaft Jesu die authentische Intention der von ihm ausgehenden Bewegung als »pauperozentrierten Humanismus der Praxis«. Diese sei im Zuge der Imperialisierung des Christentums jedoch vernachlässigt worden. Soll sie nicht vollends auf der Strecke bleiben, gelte es, diese Tradition wiederzugewinnen. Wege dazu zeigen zwei Erfahrungsberichte Joseph Thali-Kernens und Maria Klemm-Herbers’ auf. Norbert Mette

Birgit Niess
Lampedusa in Hamburg
Universitätsverlag Göttingen. 396 Seiten. 37 €

Ich sehe sie noch durch Hamburg von der St.-Pauli-Kirche zum Infozelt am Hauptbahnhof radeln: Birgit Niess suchte die Menschen auf, hörte zu und genau hin. Sie machte Interviews mit den Beteiligten von »Lampedusa in Hamburg« und zeigte, »wie ein Protest die Stadt bewegte«. Klug ist diese ethnografische Dissertation und hilft zu begreifen, was gesellschaftlich auseinanderdriftet und doch zusammengehört. Es geht um eine europäische Grenzverschiebung. Nicht am Mittelmeer allein liegen die Grenzen, sondern sie verlaufen beispielsweise mitten durch die Stadt. Zwischen denen, die, da sind und Rechte haben, und jenen, denen sie vorenthalten werden, zwischen politisch Fordernden und ordnungspolitisch Handelnden. Der Protest hielt lange, wurde medial kommentiert, von Kirche und Gewerkschaft begleitet, führte zu Bündnissen und Brüchen. Woher kamen Engagement und Empowerment? Mit persönlichen Eindrücken gerahmt, mit vielen Zeugnissen und Analysen untermauert, zeigt sich an »Lampedusa in Hamburg«, dass Solidarität machbar ist,

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