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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2018
Ganz allein
Wie Einsamkeit Mensch und Gesellschaft krank macht – und wie man sie heilen kann
Der Inhalt:

Vorgespräch: Wie tanzt man das Evangelium?

Fragen an die Theologin und Theaterpädagogin Astrid Thiele-Petersen, die Bibliotanz anbietet

Publik-Forum: Frau Thiele-Petersen, wieso sollte man biblische Geschichten tanzen?

Astrid Thiele-Petersen: Weil ich dadurch nicht nur den biblischen Geschichten, sondern auch mir selbst näherkommen kann. Pastoren haben manchmal einen Text schon oft gepredigt, aber erkennen durch ihre Emotionen im Tanz etwas ganz Neues an der biblischen Figur oder dem Text. Bibliotanz ist ein theologischer Ansatz, mit dem die Bibel ganzheitlicher erfahrbar wird. Das spricht auch andere Menschen an als etwa in Gesprächskreisen und kann so die Gemeindearbeit bereichern.

Was passiert in einem Bibliotanz-Kurs?

Thiele-Petersen: Ich versuche Texte durch Bewegungen auszudrücken. Dazu nutze ich textbezogene Körperarbeit, also zum Beispiel hohe und tiefe Bewegungsmöglichkeiten bei »Du hast mich aus der Tiefe gezogen« aus Psalm 30. Um das eigene Bewegungsrepertoire zu erweitern, gibt es zusätzlich ein Tanztraining. Zwischendurch gibt es außerdem immer Zeiten der Reflexion: Was habe ich über mich im Tanz entdeckt? Was habe ich dabei über den Bibeltext und die Bibelfigur erfahren? Person und Text werden so verknüpft.

Welche Bibelstellen eignen sich dafür?

Thiele-Petersen: Neben den Psalmen mit ihrer bildhaften Sprache sind vor allem Geschichten mit Handlung und auch Gleichnisse besonders geeignet. Bei der Vorbereitung arbeite ich exegetisch sehr genau, damit am Ende nicht einfach eine Reihe von hübschen Bewegungen steht, die den Gottesdienst verschönert. Der Text soll stattdessen mit Erfahrung gefüllt werden, so werden die Bewegungen lebendig. Manchmal ersetzt der Bibliotanz