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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2018
Ganz allein
Wie Einsamkeit Mensch und Gesellschaft krank macht – und wie man sie heilen kann
Der Inhalt:

Europas Puls schlägt weiter

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 27.04.2018
Die Bürgerbewegung »Pulse of Europe« gibt es in hundert europäischen Städten

Den Populisten auf den Straßen etwas entgegenzusetzen. Sich gemeinsam für ein vereintes und buntes Europa stark zu machen – mit diesen Zielen lud der Frankfurter Rechtsanwalt Daniel Röder gemeinsam mit seiner Frau und ein paar Freunden Anfang vergangenen Jahres zu Kundgebungen am Sonntag ein (siehe Publik-Forum 3/2017). Am Anfang kam nur ein Häuflein Menschen – dann ist daraus die Bürgerbewegung Pulse of Europe geworden. Inzwischen gibt es Pulse of Europe (PoE) in rund hundert Städten in 21 europäischen Ländern. Für viele Menschen ist der erste Sonntag des Monats nun für Europa reserviert. Die Treffen an öffentlichen Plätzen beginnen um 14 Uhr, die Teilnehmer lauschen Vorträgen zu europäischen Themen, greifen selbst zum Mikrofon, bilden Menschenketten und singen den Europahit »Insieme«.

Aber: »So ein Demoformat trägt nicht auf Dauer. So etwas muss sich wandeln, um Bestand zu haben«, weiß der Gründer Daniel Röder. Deshalb hat die Bürgerbewegung neue Aktionsformen entwickelt. Die Aktivisten gehen in Schulen und sprechen mit Schülern über Europa. In Berlin diskutierte der Politik-Ressortleiter der Zeit mit PoE über die Rolle Europas in der Weltpolitik; der Präsident des Europäischen Parlaments sprach in der Christuskirche in Bochum. Die verschiedenen europäischen »Ableger« sind untereinander vernetzt, die besonders Aktiven tauschen sich über ein eigenes Intranet aus. In den Grenzregionen zu Polen, Tschechien und Luxemburg wurde auch schon gemeinsam demonstriert.

In Frankfurt am Main haben sie am ersten Sonntag im April drei Ampeln aus Pappe aufgebaut. Nach einem Impulsreferat zur Verteidigungspolitik wird die Frage gestellt: »Brauchen wir eine europäische Verteidigungsunion?« Wer dafür ist, stellt sich zur grünen Ampel, wer dagegen ist, zur roten. Gelb steht für »unschlüssig«. Ein Mikro wird herumgereicht, Argumente werden ausgetauscht. Auffallend ist das angenehme Gesprächsklima. Es wird nicht gehetzt und geschimpft, sondern mit Respekt vor der anderen Meinung diskutiert. Die Freude darf bei allen politischen Diskussionen aber nicht zu kurz kommen, schließlich »soll Europa wieder Spaß machen«, sagt Daniel Röder. Und so tritt in Köln der Kabarettist Wilfrid Schmickler auf und in Dresden spielt eine Band Jazzmusik.

Für den 10. Juni ist in Frankfurt am Main ein großes Bürgerfest

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