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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2017
Die zerrissene Gesellschaft
Was tun gegen den Rechtspopulismus?
Der Inhalt:

Sachbücher

vom 28.04.2017

Katrine Marçal
Machonomics
C. H. Beck. 206 Seiten. 16,95 €

Die kapitalistisch organisierte Wirtschaft tickt männlich. Die Autorin, Schwedin und Journalistin, untersucht vor allem die Wirtschaftstheorie, beginnend mit Adam Smith, bis zu Gary Weber, dem Theoretiker des Neoliberalismus. Und sie kommt zu dem wenig überraschenden Ergebnis, dass alle theoretischen Wirtschaftsmodelle von dem rational handelnden männlichen Wirtschaftssubjekt ausgehen. Auch dass Frauen global und lokal immer noch vielfach benachteiligt sind, überrascht niemanden mehr. Heute würden Frauen gezwungen, auch ihr Familienleben und die Partnerschaft nach der Logik des Marktes auszurichten. Doch die Analyse der Geschlechterverhältnisse im Kapitalismus bleibt an der Oberfläche. Wie würden Frauen, wenn sie denn könnten, Wirtschaft und Gesellschaft gestalten? Die Frage, ob und inwiefern ein Kapitalismus im Zeichen der »Feminomics« humaner wäre, wird leider nicht aufgeworfen. Christine Weber-Herfort

Till Reiners
Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen
Rowohlt. 266 Seiten. 9,99 €

Dieses Buch schildert die Recherchereise des Politikwissenschaftlers und Kabarettisten Till Reiners, die ihn zum Beispiel zu Pegida nach Dresden oder nach Pforzheim führt, wo fast ein Viertel der Wählerinnen und Wähler bei der letzten Landtagswahl die AfD gewählt haben. Zwar liest sich das Buch streckenweise etwas langatmig, indem es ausführlich die Vorgehensweise der Recherche und die Befindlichkeit des Autors in den Blick nimmt. Angenehm ist aber der eher vorsichtige nicht vorschnell urteilende Ton des Autors, mit dem er herausfinden will, wovor die besorgten Bürger eigentlich Angst haben. Dazu befragt er sie und gibt diese Dialoge wieder. Er fügt Erklärungen ein, etwa wie die Angst durch Gerüchte gefüttert wird, und beschreibt die Atmosphäre der Begegnungen. Stellenweise bekommt auch der Autor Angst: nicht vor den Untergangsfantasien der »besorgten Bürger«, sondern vor diesen selbst. Reiners plädiert für mehr Bildung, die vermittelt, was Demokratie ist, für mehr Begegnung mit Geflüchteten und für den Mut zu sagen, dass man auf der Seite der Geflüchteten steht. Wiltrud Rösch-Metzler

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