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Peter Kohlgraf Nachfolger von Karl Lehmann

vom 28.04.2017
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Mit großen Vorschusslorbeeren ist die Ernennung von Peter Kohlgraf zum Bischof von Mainz kommentiert worden. Der in Köln geborene Professor für Pastoraltheologie ist bisher öffentlich kaum aufgefallen, hat aber nachdenkliche und theologisch provozierende Stellungnahmen veröffentlicht, etwa zu Ehe und Familie. »Zu hohe emotionale und idealistische Erwartungen können erfahrungsgemäß eine Mitschuld am Scheitern mancher Beziehungen tragen.« Daher müsse sich die Kirche fragen, »ob sie mit ihrem Konzept von Ehe und Partnerschaft« nicht ebenfalls »eine Perfektionsismusfalle« aufstelle. Mit Blick auf den Anspruch des Ehe-Sakraments und die religiöse Indifferenz vieler Brautpaare fragte er kritisch: »Ist ein Sakrament, das nicht mehr als Zeichen erfahren wird, wirklich noch sakramental, und kann man die Sakramentalität allein am Rechtsakt der Eheschließung festmachen?« Kohlgraf ist nicht der Ansicht, dass früher alles besser war. Es sei notwendig, »sich der Wirklichkeit zu stellen, weil Gott sich in seinem Sohn der Wirklichkeit ausgesetzt hat«. Wer den Glauben »ausschließlich mit richtigen Lehrsätzen gleichsetzt, ist von der Wahrheit des Evangeliums weit entfernt«.

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