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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2017
Die zerrissene Gesellschaft
Was tun gegen den Rechtspopulismus?
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 28.04.2017

Doris Schröder-Köpf, Integrationsbeauftragte in Niedersachsen (SPD), fordert eine Änderung des Wahlrechts für Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft. »Das Wahlrecht sollte nur an ein Land gekoppelt sein – und zwar an das Land, in dem man hauptsächlich lebt.« Wer wähle, solle auch die Folgen seiner Wahl mittragen. Dies gelte nicht nur für Deutschtürken, sondern für die gesamte EU. »Wie können denn Leute, die hier wohnen, für eine Einschränkung der Pressefreiheit in Ungarn oder Polen stimmen?«

Papst Franziskus kommt der von Rom getrennten Piusbruderschaft erneut entgegen: Ortsbischöfe dürfen den Traditionalisten künftig Eheschließungen erlauben, die dann von der katholischen Kirche anerkannt werden. Wie bei der 2016 erteilten »Beichtvollmacht« gehe es um das Ziel, die Priesterbruderschaft »in die volle Gemeinschaft der Kirche zurückzuführen«, erklärt der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller.

Klaus Tanner, evangelischer Theologe und Ethiker in Heidelberg, spricht sich dafür aus, die medizinische Forschung an sogenannten verwaisten Embryonen zu erlauben. Als »verwaiste Embryonen« gelten überzählige Embryonen, die bei einer künstlichen Befruchtung entstehen, aber nicht in den Leib der Mutter eingepflanzt werden. Es gebe keine theologische Begründung für einen Schutz dieser Lebewesen, meint Tanner. »In dem Moment, wo Eltern bei einer eigentlich geplanten künstlichen Befruchtung sagen, wir wollen diesen Embryo nicht mehr, ändert sich das ganze Beziehungsgefüge. Nun steht man vor der Wahl: Lässt man sie im ewigen Eis, entsorgt man sie oder stellt sie der Wissenschaft zur Verfügung.« Weil »der Kampf gegen das Leiden mit der christlichen Ethik verbunden« ist, sei die Forschung an menschlichen Embryonen theologisch erlaubt. Ihm widersprach der Jurist Steffen Augsberg, Mitglied im Deutschen Ethikrat. Der Schutz des Embryos, »egal ob im Mutterleib oder in der Petrischale«, sei von der Verfassung gedeckt. Es gebe nicht die Freiheit, sich einfach für liberalere Regelungen zu entscheiden.

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