Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2017
Die zerrissene Gesellschaft
Was tun gegen den Rechtspopulismus?
Der Inhalt:

Bombenstimmung – weltweit

von Wolfgang Kessler vom 28.04.2017
Die Lage der Welt sei zu schwierig für einfache Antworten, sagt der neue Bundespräsident. Falsch. Es braucht eine einfache Antwort: Gewaltfreiheit

Immerhin: An den diesjährigen Ostermärschen beteiligten sich mehr Menschen als in den Jahren zuvor, die Friedensbewegung scheint wieder stärker zu werden. Hoffentlich. Denn gerade in dieser Zeit ist die Forderung nach dem Vorrang von Gewaltfreiheit besonders wichtig. Und diese Forderung hat nur eine Chance, wenn sie von einer breiten, am besten globalen Bewegung getragen wird.

Kurz nach der Wahl von Donald Trump hatten manche noch die Hoffnung, dass der neue amerikanische Präsident ein besseres Verhältnis zu Russland herstellt und sich ansonsten auf Amerika konzentriert. Inzwischen sind diese Hoffnungen geplatzt. Hatten Militarismus, Militärinterventionen, Drohnenkriege und Waffengeschäfte schon vor der Wahl Trumps Hochkonjunktur, so scheint die Welt seit seiner Wahl völlig auf Kriege zuzusteuern. Die Russen decken eisern die Verbrechen des syrischen Diktators Assad. Trump will sein Land massiv aufrüsten, obwohl die USA bereits mit Abstand das meiste Geld für Rüstung ausgeben.

Der US-Präsident denkt außenpolitisch fast ausschließlich in den Kategorien von Krieg und Rache. Ob ein Giftgasanschlag tatsächlich von Assad verübt wurde, interessiert ihn nicht – er bombt gleich zurück. Wenn der Diktator von Nordkorea mal wieder den starken Mann markiert, denkt der Präsident der Weltmacht gleich an Präventivschläge. Und zettelt auch noch einen Konflikt mit China und Russland an. Als wäre das nicht schon genug, haben die Europäer nichts anderes zu tun, als Trump pflichtgemäß ihre eigene Aufrüstung zuzusichern. Mit ihren Rüstungsexporten in Kriegsregionen zählen Deutschland, Frankreich und Großbritannien ohnehin schon zu den Kriegstreibern.

Angesichts dieser bedrohlichen Szenarien braucht es eine mächtige Bewegung, die nicht in militärischen, sondern in friedensstiftenden Kategorien denkt. Klar: Die deutsche Friedensbewegung hat auch ihre Konflikte. Zu Recht fragen manche, warum gegen die USA immer sofort, gegen Russland kaum je demonstriert wird. So mancher Friedensbewegte hatte keine Hemmungen, auch Bündnispartner in sehr rechten Kreisen zu rekrutieren. Und dann ist da noch die ewige Frage der radikalen Gewaltlosigkeit, zu der sich auch so mancher Friedensfreund nicht verpflichten will.

Zugegeben, es gibt immer wieder Beispiele dafür, dass Tyranneien nicht friedlich gestürzt werden konnten. Dies gilt für die deutschen Nationalsozialisten ebenso wie

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen