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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
Der Inhalt:

Gegen Gier und Ausbeutung

von Thomas Seiterich vom 26.04.2013
Ökumenische Versammlung 2014 und »Prophetische Kirche«

»Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung« – war da mal was? Ach ja, es gab die Ökumenischen Versammlungen in der damaligen DDR, die Europäische Ökumenische Versammlung in Basel zu Pfingsten im Revolutionsjahr 1989 mit dem zeichenhaften Gang über die – an jenem pfingstlichen Tag nicht kontrollierten – Grenzen zwischen der Schweiz, dem Elsass und Südbaden. In den Jahren danach ist es dagegen relativ still geworden um die drei Grundbegriffe dieser blockübergreifenden christlich-ökumenischen Friedens- und Eine-Welt-Bewegung.

Nun gibt es einen neuen Aufruf zu einer Ökumenischen Versammlung 2014. Dahinter stehen Vertreter und Vertreterinnen der »Ökumenischen Netze« und befreiungstheologisch engagierte Frauen und Männer aus der Schweiz, Österreich und Deutschland. Peter Schönhöffer, Religionspädagoge in Darmstadt und Organisator der Initiative, schreibt in einem Aufruf, es gebe unter vielen Christen »den Punkt der Dissidenz zum herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem«, doch »im Alltag und in den Aktionsfeldern fehlen offenbar Kraft, Mut und Vorbilder – diesen Schwung aber müssen wir finden!«

Auf dem Treffen, das vom 30. April bis 4. Mai 2014 in Mainz stattfinden wird, sollen »neue, Mut machende Formen gelebten Christ- und Kirchseins vorgestellt werden ebenso wie kirchenreformerische Visionen«.

Eine ähnliche Bewegung wie die Ökumenische Versammlung 2014 ist innerhalb der katholischen Kirche bereits seit drei Jahren unterwegs. Der Aufruf für eine prophetische Kirche trat zu Ostern an die Öffentlichkeit mit dem kritisch-politischen Text »Prophetisch werden für eine verwandelte Welt!« Protest sei nötig, da kein Ende der globalen Krisen abzusehen sei, »von der Wasser- über die Hunger- bis zur Finanzkrise«. Ein radikal bescheidener und solidarischer Lebensstil solle antworten auf die Unkultur der Gier und der besinnungslosen Ausbeutung.

Beide Veränderungsbewegungen machen sich keine Konkurrenz, sondern ergänzen einander. Der »katholische« Aufruf für eine prophetische Kirche, bei dem zahlreiche kritische Ordensleute mitwirken, nimmt sich die Entscheidungsträger einer bestimmten Kirche zum Ziel, während die Ökumenische Versammlung 2014 Unterstützung aus evangelischen Kirchen, der altkatholischen Kirche und der rö

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