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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
Der Inhalt:

Bürgerhaus und Ruhepol

von Thomas Bastar vom 26.04.2013
Das Ökumenische Forum setzt mit Weltcafé und Sozialwohnungen
einen Kontrapunkt in der Hamburger HafenCity

Der junge Mann im Kesselhaus, dem Info-Center des städtebaulichen Großprojekts HafenCity in Hamburg, kennt sich aus. »Eine Kirche gibt es nicht in der HafenCity«, erklärt er, »aber ein Ökumenisches Forum, das viele Kirchen gemeinsam betreiben.« Wie viele es genau sind, kann er zwar nicht angeben – tatsächlich sind es 19 Kirchen, die sich zusammengeschlossen haben, um im neuen Hamburger Stadtteil Präsenz zu zeigen. Der junge Mann am Infotresen weiß aber, dass es dort ein Café gibt und einen Raum zum Beten: »Wie heißt das noch mal?« – »Kapelle vielleicht?« – »Ja, genau, und die ist den ganzen Tag über geöffnet.«

Dass 19 Konfessionen ein Kirchengebäude gemeinsam betreiben, ist nicht das einzig Ungewöhnliche an diesem kirchlichen Angebot im neuen Hamburger Stadtteil mit mittlerweile rund 2000 Einwohnern und 9000 Arbeitsplätzen. Auch dass dieses Angebot von einer Gruppe des ökumenischen Laurentius-Konvents gemeinsam mit einer ökumenischen Hausgemeinschaft getragen wird, ist ein beachtenswertes Modell. Gemeinsames Leben und Engagement im Stadtteil – »hier erfindet sich Kirche neu«, begeistert sich Martina Severin-Kaiser, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Hamburg und Vorstandsmitglied im Verein Brücke, der das kirchliche Haus in der Shanghai-Allee betreibt.

Das Ökumenische Forum ist in dem wachsenden Stadtteil in der Tat sehr präsent. Bei den vielen Einweihungsfeiern der vergangenen Monate – Traditionsschiffhafen, zwei neue U-Bahn-Stationen, der neue Platz am Magdeburger Hafen – waren Vertreter des Forums dabei. »Für zwanzig Minuten ist die Bühne kirchlich besetzt, und die Leute gucken hin«, freut sich Martin Heider, Mitglied des Laurentius-Konvents. In der Jury zum Architekturwettbewerb für die »Wasserhäuser« – ein weiteres spektakuläres Bauprojekt der HafenCity – war ein anderes Mitglied des Konvents beratend tätig.

Die Stadtteilzeitung berichtet regelmäßig über die kirchlichen Angebote. Beim Tunneldurchstich der neuen U-Bahn baten die Tunnelarbeiter um einen Dankgottesdienst. Und als der Chef der städtischen Planungsfirma für die HafenCity, Jürgen Bruns-Berentelg, kürzlich zwei neue Mitarbeiter durch den Stadtteil führte, kam er zum Kaffeetrinken in die

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