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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2010
Papstkirche am Abgrund
Ein Bischof sagt, was sich jetzt ändern muss
Der Inhalt:

Zehn Euro für jeden Bürger

vom 23.04.2010

Seit zwei Jahren erhalten alle Einwohner des Dorfes Otjivero im Osten von Namibia, die unter sechzig Jahre und nicht rentenberechtigt sind, ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von hundert Namibia-Dollar monatlich. Umgerechnet sind dies etwa zehn Euro. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und fünf Kindern erhält auf diese Weise einen Geldbetrag, der etwa dem durchschnittlichen Lohn für einfache Tätigkeiten entspricht. Für eine Einzelperson reichen die hundert Dollar nur äußerst knapp zum Leben. Anfang 2008 startete eine Koalition von nichtstaatlichen Organisationen den Versuch »Basic Income Grant Namibia« – zu deutsch: ein garantiertes Grundeinkommen für Namibia. Zu dieser Koalition zählt die Evangelisch-Lutherische Kirche von Namibia, der Gewerkschaftsbund und das Labour Resource and Research Institute. Zuvor hatte die staatliche Steuerbehörde die landesweite Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens als Mittel zur Bekämpfung der Armut empfohlen. Das Projekt unterstützen unter anderen auch Kirchen aus Deutschland, Brot für die Welt und die Friedrich-Ebert-Stiftung. Das Geld für das Projekt stammt von der Evangelischen Kirche in Deutschland, von zivilgesellschaftlichen Organisationen in Namibia und von Spendern weltweit.

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