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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2010
Papstkirche am Abgrund
Ein Bischof sagt, was sich jetzt ändern muss
Der Inhalt:

Der Fahrplan zur Sonne

von Sebastian Pflugbeil vom 23.04.2010
Bis 2050 können erneuerbare Energiequellen Europa komplett mit Strom versorgen, sagen auch wirtschaftsnahe Institute. Doch die Bundesregierung will es nicht glauben

Am 13. April 2010 wurde eine bemerkenswerte Studie der Europäischen Klimastiftung ECF unter dem Stichwort »Roadmap 2050« vorgestellt. Die Studie stützt sich auf Analysen von fünf erfahrenen Institutionen, die alles andere als für »grüne Spinnereien« bekannt sind: das Imperial College London, Kema, McKinsey & Co., Oxford Economics und das Office of Metropolitan Architecture. Darin geht es um den Vergleich realistischer Wege zu einer klimaneutralen europäischen Energieversorgung bis zum Jahre 2050. An der Studie arbeiteten Vertreter großer deutscher und europäischer Stromversorger (RWE, Vattenfall, E.on), führender Netzbetreiber (Tennet, Energienet/DK, Entso-e), Hersteller von Kraftwerkstechnik (Siemens, Vestas) und Umweltorganisationen (WWF, Germanwatch, E3G) mit. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass eine Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien für ganz Europa machbar ist. Zudem wird glasklar nachgewiesen, dass das weder teurer noch weniger verlässlich ist als das heutige System. Dabei wird nicht auf künftig mögliche neue technische Errungenschaften spekuliert, die Studie setzt nur auf bereits vorhandene Technologien. Sie bezieht lediglich 15 Prozent Solarstrom aus Kraftwerken in Nordafrika und eine stärkere Nutzung der Erdwärme in die Kalkulation ein.

Die deutsche Politik scheint dies allerdings nicht zu glauben, sie steuert jedenfalls kräftig dagegen. Anfang des Jahres war die Solarförderung bereits turnusmäßig um neun Prozent gesunken. Nach einem schwarz-gelben Gesetzentwurf soll die Einspeisevergütung für Solarstrom von Dachanlagen ab dem 1. Juli um zusätzliche 16 Prozent gekürzt werden. Die Beihilfen für Anlagen für Freiflächen sollten um elf Prozent fallen, die Förderung von Anlagen auf Ackerflächen ganz gekappt werden. Im Bundesrat wurde bereits gegen den Gesetzesvorstoß interveniert, mit Kanzlermehrheit kann dem dennoch zugestimmt werden. Umweltverbände wie Politiker fordern – fraktionsübergreifend – Nachbesserungen. Die Solarförderung müsse in kalkulierbaren und maßvollen Schritten abgesenkt werden, damit zukun

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