»Die Seele braucht keine Almosen«
Mit jeder Treppenstufe wird es heller. Oben, im sechsten Stock des Plattenbaus, scheint die Sonne durch ein Dachfenster auf Kinderstiefel und Pappkartons, die vor der Tür stehen. Es ist das einzige Licht, das in das tiefe Treppenhaus mit der braunen Blumentapete fällt. Es riecht nach Mittagessen. Aus einer der noch nicht leerstehenden Wohnungen krächzt ein Kanarienvogel. Oben an der geöffneten Tür steht Kerstin Ostwald. »Kommen Sie doch einfach rein«, sagt die 37-Jährige mit den strahlend blauen Augen und dem rotbraunen kurzen Haar. Eine geheimnisvolle Kraft und Offenheit geht von ihr aus.
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