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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2019
Rebellion der Zukunft
Retten uns die Schüler?
Der Inhalt:

»Wir fangen gerade erst an«

von Ludwig Greven vom 05.04.2019
Die Bewegung nimmt Fahrt auf: Immer mehr Schüler und auch Erwachsene machen bei »Fridays for Future« mit

Für die 14-jährige Julia begann es mit einem Schulausflug. Ihre Lehrerin fuhr mit den Achtklässlern einer Hamburger Gemeinschaftsschule an die Alster. Dort gerieten sie zufällig in eine der ersten Demonstrationen anderer Schüler, die jeden Freitag für den Klimaschutz streiken. Und schlossen sich spontan an. Seitdem waren sie jedes Mal bei Fridays for Future. »Nur acht von 38 in unserer Klasse sind nicht dabei, weil ihre Eltern es nicht wollen«, erzählt Julia, als sie sich wieder einmal an einem Freitag mit Tausenden anderen in einem Park auf St. Pauli treffen, um für den Erhalt des bedrohten Planeten und gegen die lahme Politik zu demonstrieren. Mit dem Schlachtruf der Bewegung: »Wir sind hier, wir sind laut. Weil man uns die Zukunft klaut.«

Andere Schüler berichten, sie seien durch soziale Medien, Freunde, Lehrer oder ihre Eltern dazugestoßen. Längst ist aus einem Abenteuer großer Ernst geworden. Auch im Unterricht und in ihrer Freizeit beschäftigen sie sich intensiv mit dem Thema, wenn sie es nicht schon vorher getan haben, sagen sie. Sie sind stolz darauf, was sie schon erreicht haben: Weltweit berichten Medien und sprechen Menschen, junge und alte, über ihr Anliegen und ihre Bewegung, die mit einer einzelnen schwedischen Schülerin begann und in Rekordzeit weltumspannend wurde.

Selbst in der Woche, in der in Hamburg Schulferien waren, kamen Tausende – was den Spott von Politikern und sonstigen Kritikern widerlegt, die Schüler wollten nur den Unterricht schwänzen.

Der Zulauf ist ungebrochen. Auch viele Erwachsene machen mit. Eine 72-Jährige erzählt, dass sie schon bei den 68ern dabei war. Dass nun die Enkel- und Urenkelgeneration den Faden wieder aufnimmt, erfüllt sie mit Freude und Genugtuung. »Es muss endlich wieder etwas passieren. Die Gesellschaft hat viel zu lange geschlafen. Die Politiker reden zwar viel von Umwelt- und Klimaschutz. Aber sie tun nichts.« Die umstehenden Schüler klatschen. Sie sehen das auch so und scheinen entschlossen, lange weiterzumachen. »Wir fangen gerade erst an«, sagt eine 15-Jährige.

Ein pensionierter Zimmermann erzählt, dass er als Polier am AKW Brokdorf und an einer Atomanlage in Gorleben mitgebaut hat. Er und seine Frau unterstützen den Schülerstreik. Zum ersten Mal in ihrem Leben sind sie auf einer Demo. »Wenn die so weitermachen, kann daraus etwas wie die Montagsdemo

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