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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2019
Rebellion der Zukunft
Retten uns die Schüler?
Der Inhalt:

Helden sein und für das Gute kämpfen

Roman. Warum gehen junge Menschen aus dem Westen in den Dschihad? Terrorismusforscher sprechen sogar von einer neuen Jugendbewegung. In seinem dritten Roman »Gotteskind« beleuchtet John Wray die familiären Hintergründe, die für eine solch radikale Entscheidung bestimmend sein können. Aden Sawyer ist 18 Jahre alt und in Kalifornien aufgewachsen. Ihre Mutter ist Messi und Alkoholikerin. Ihr Vater, Professor für Islamstudien in Berkeley, hat die Familie vor vielen Jahren verlassen. Aden ist auf der Suche nach Halt, Regeln, Zugehörigkeit. Sie hatte versucht, ein gutes Leben zu finden inmitten von Freiheit, die sich wie Gleichgültigkeit anfühlt. Und es war ihr nicht bekommen.

Da erinnert sie sich an einen Besuch in der Moschee, zusammen mit ihrem Vater. Hinterher hatte er über die eifrigen Beter gelacht. Aber sie hatte etwas Neues gesehen: Eine Gemeinde, Rituale, Zusammensein. Sie lernt Arabisch und geht wieder hin – allein. Und erstmals lastet das Gewicht ihres individuellen unglücklichen Lebens nicht mehr so schwer auf ihr. Mit Decker, einem muslimischen Jungen aus der Nachbarschaft, bricht sie Richtung Afghanistan auf. Beide wollen Helden sein und für das Gute kämpfen. Was könnte besser sein als Gott? In einer Koranschule in Pakistan studieren Aden und Decker den Koran und werden für den Gotteskrieg angeworben. Aden hat sich da schon lange in einen Knaben verwandelt und erhält den frommen Namen Süleyman, Decker wird schlicht zu Ali. Vor ihrem Einsatz bringt der Mullah ihnen zwei Regeln bei: Auch wenn es scheint, als seien ihre Kampfgenossen schreckliche Menschen, der Feind ist noch viel verdorbener; und: Ihr müsst immer eins sein. Nie Zweifel, nie Skrupel, nie Kritik. Immer hundert Prozent Gott