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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2019
Rebellion der Zukunft
Retten uns die Schüler?
Der Inhalt:

Braucht europäische Friedenspolitik eine gemeinsame Armee?

Michael Gahler: Ja, die »soft power« der EU wird nur ernst genommen, wenn sie von militärischen Mitteln flankiert wird

Die europäische Friedenspolitik braucht eine EU, die handlungsfähig ist: handlungsfähig in der Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik sowie in puncto Menschenrechte. Dafür ist auch eine militärische Komponente nötig, denn die »soft power« der EU wird im Zweifel nur dann ernst genommen, wenn zivile und diplomatische Mittel auch mit »hard power« unterlegt sind.

Seit über siebzig Jahren leben wir in Westeuropa in Frieden. Damit das so bleibt, müssen wir Europäer auf Krisen, Krieg und Terror gemeinsam reagieren. Denn die Sicherheitsarchitektur Europas ist brüchig: Der Krieg in der Ukraine, Putins Griff nach der Krim und islamistischer Terror in Nordafrika betreffen alle Europäer. Deshalb sind wir darauf angewiesen, gemeinsam mehr zur Stärkung unserer Sicherheit und Verteidigung zu tun. Konflikten in Europas Nachbarschaft muss mit der Stärke des Rechts und mit abschreckenden Maßnahmen begegnet werden. Die EU ist hierbei verpflichtet, alles Notwendige zu unternehmen, um dem Recht des Stärkeren entgegenzutreten. Zunächst bedeutet dies: humanitäre Hilfe, Diplomatie und friedliche Streitbeilegung. Es bedeutet aber auch, Soldatinnen und Soldaten – deren Einsätze von den Mitgliedsstaaten der EU zuvor einstimmig beschlossen wurden – mit dem besten Material zu unterstützen. Es ist doch unfassbar, dass die Marinestreitkräfte der EU vor der Küste Somalias zur Kommunikation noch mit Fahnen hantieren, statt über Funkgeräte zu sprechen! Mehr Kooperation im Verteidigungsbereich kann da Abhilfe schaffen.

Das Dach über all den Initiativen, die diesem Ziel dienen, bildet